Doch nicht tot? Aktivitäten auf Jeffrey Epsteins FedEx-Konto
Jeffrey Epstein (†66) soll sich laut US-Ermittlern bereits im August 2019 das Leben genommen haben. Doch jetzt wirft eine investigative Recherche der irischen Nachrichtenseite The Ditch neue Fragen auf: Das FedEx-Konto des verurteilten Sexualstraftäters war offenbar noch im Jahr 2024 aktiv und wurde weiterhin zum Versenden von Paketen genutzt. Die mysteriösen Aktivitäten auf dem Account, der offiziell einem längst verstorbenen Kontoinhaber gehört, sorgen für Aufsehen. Als Kontoinhaber war Jeffrey Epstein eingetragen, während seine ehemalige Buchhalterin Bella Klein als Administratorin des Kontos geführt worden sein soll. Die Berliner Zeitung konfrontierte sowohl FedEx als auch das US-Justizministerium mit den Enthüllungen.
Besonders brisant sind die Details der Versendungen selbst. Am 20. Mai 2024 wurde ein Paket beim Produktsupport des Flugzeugherstellers Gulfstream in Savannah in Georgia abgeholt und an die Briefkastenfirma "Plan D" in Kennesaw verschickt. Diese Firma hatte Jeffrey zuvor genutzt, um Vermögenswerte zu verwalten und Zahlungen zu tätigen, oft im Zusammenhang mit seinen kriminellen Aktivitäten. Unter anderem verwaltete die Firma einen seiner Gulfstream-Privatjets. Dieser Jet geriet später in den Fokus der Öffentlichkeit, als er während des Präsidentschaftswahlkampfs 2024 von Donald Trump (79) genutzt wurde. Eine weitere Sendung vom 12. März 2024 zeigt den Versand eines 1,4 Kilogramm schweren Pakets an Empire Aviation in West Palm Beach. Kurz nach Veröffentlichung der Recherche sollen mehrere Rechnungen aus dem FedEx-Konto gelöscht worden sein, darunter ausgerechnet jene Versandbelege, die die Aktivitäten aus dem Jahr 2024 dokumentierten.
Das FedEx-Konto enthielt zudem ein umfangreiches Adressbuch mit nahezu hundert Kontakten. Darunter befanden sich mehrere bekannte Personen aus Jeffreys Umfeld, etwa Ghislaine Maxwell (64), die wegen sexuellen Missbrauchs und Menschenhandels zu einer zwanzigjährigen Haftstrafe verurteilt wurde, sowie der französische Modelagent Jean-Luc Brunel und der US-Milliardär Les Wexner. Die Anmeldedaten zu dem Konto waren ursprünglich in den Millionen Dokumenten aus dem Epstein-Komplex zu finden, die das US-Justizministerium veröffentlichte. Dabei soll die Behörde vergessen haben, die Zugangsdaten zu schwärzen. Mittlerweile seien die Daten nicht mehr aufrufbar, berichtet The Ditch. Wer die Lieferungen autorisiert hat, geht aus den Unterlagen nicht hervor.
Bereits vor zwei Tagen hatte die Veröffentlichung neuer Dokumente zu Jeffreys Tod die Diskussionen um den angeblichen Suizid erneut entfacht. Die Protokolle, die im Rahmen des "Epstein Files Transparency Act" veröffentlicht wurden, zeigten deutliche Meinungsverschiedenheiten unter den an der Autopsie beteiligten Expertinnen und Experten. Während der von Jeffreys Bruder Mark beauftragte Rechtsmediziner Michael Baden im Gespräch mit dem Magazin Business Insider betonte: "Noch nie habe ich in meinen 25 Jahren als Gerichtsmediziner in New York City drei Halsfrakturen bei einem Suizid durch Erhängen gesehen", widersprach Pathologin Kristin Roman dieser Einschätzung. Sie argumentierte, dass die Brüche am Zungenbein und am Schildknorpel durchaus mit einem Erhängen vereinbar seien.







