Wie eng war Woody Allens Verbindung mit Jeffrey Epstein?
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Wie eng war Woody Allens Verbindung mit Jeffrey Epstein?

- Promiflash Redaktion
Lesezeit: 3 min

Woody Allen (90) und Jeffrey Epstein (†66) lebten nur einen Häuserblock voneinander entfernt – und genau diese exklusive Nachbarschaft in New York wirft nun Fragen nach ihrer Verbindung auf. In der noblen 71. Straße nahe des Central Parks residierte Jeffrey in seinem berüchtigten Stadtpalast, während Woody mit Ehefrau Soon-Yi Previn (55) und den gemeinsamen Kindern in der Parallelstraße zu Hause war. Laut den öffentlich gewordenen Epstein-Files taucht der Regisseur gleich 7448-mal in den Unterlagen auf: Es geht darin um Dinnerpartys in Epsteins Luxusvilla, Dankesbriefe, Besuche am Filmset, einen gemeinsamen Rundgang durchs Weiße Haus und sogar um Epsteins Hilfe bei einem Studienplatz für eine von Woodys Töchtern. Doch wie eng war dieses Verhältnis wirklich?

Aus den Dokumenten und Mails, über die der Stern jetzt berichtet, ergibt sich das Bild einer eher einseitigen Annäherung. Demnach führte nicht die bloße Nachbarschaft zur ersten Begegnung, sondern eine Einladung einer bekannten Filmpublizistin zu einem Dinner in Epsteins Haus – anwesend sein sollte auch ein britischer Royal. "Sie lud mal Soon-Yi und mich zu einem Dinner in Jeffreys Haus, einer der britischen Royals sollte auch da sein, ich erinnere mich aber nicht mehr an den Namen", schilderte Woody später in einem Interview. Auf Nachfrage bestätigte er, dass es sich um Andrew Mountbatten-Windsor (66) gehandelt habe: "Soon-Yi wollte ihn mal kennenlernen, deshalb gingen wir hin." Danach folgten weitere Einladungen: Epstein erschien an Drehorten von Woody, schickte teure Geschenke wie exklusive Boxershorts, ließ sich mit prominenten Gästen in seinem Haus fotografieren und nutzte Woody ganz offensichtlich als Trophäe, um noch mehr Stars anzulocken. Gleichzeitig überließ der Regisseur die gesamte schriftliche Kommunikation mit Epstein seiner Frau – in den E-Mails antwortet meist Soon-Yi, oft knapp und kühl, wenn es etwa um die Bestätigung von Dinnerterminen oder den eher frostig quittierten Versand eines Sweatshirts ging.

Für eine tiefergehende Freundschaft spricht in den Akten wenig. Woody betonte später, dass er Epstein und dessen damalige Partnerin Ghislaine Maxwell (64) nie ohne seine Frau getroffen habe und die Treffen sich vor allem auf gesellige Abende beschränkten. Auf diese angesprochen, sagte er in einem Interview mit The Sunday Times: "Diese Abendessen waren faszinierend, und als später alles herauskam, wurde es für mich als Autor erst richtig interessant – schließlich hatte man es mit einer ruchlosen Figur direkt vor der eigenen Haustür zu tun." Als Gegenleistung für Epsteins Hilfe beim College-Zugang seiner Tochter ließ Woody laut den Unterlagen zwei oder drei von dessen "Freundinnen" als Statistinnen in seinem Film "Irrational Man" durchs Bild laufen. Hinweise darauf, dass Woody von Epsteins kriminellen Machenschaften oder dem Missbrauch Minderjähriger gewusst haben könnte, finden sich in den Dokumenten nicht. Auch unabhängig von den Epstein-Enthüllungen ist Woody Allen seit Jahrzehnten von schweren Missbrauchsvorwürfen überschattet. 1992 beschuldigte seine Adoptivtochter Dylan Farrow den Regisseur, sie als Kind sexuell missbraucht zu haben.

Woody bestritt die Vorwürfe stets entschieden und erklärte, sie seien im Zuge des erbitterten Sorgerechtsstreits mit seiner damaligen Partnerin Mia Farrow (81) entstanden. Eine Untersuchung der Kinderklinik des Yale–New Haven Hospital kam damals zu dem Schluss, dass kein Missbrauch nachgewiesen werden könne, während ein Richter in New York Allens Verhalten als "unangemessen" bezeichnete, ohne jedoch strafrechtliche Schritte einzuleiten. Zusätzlich sorgte Woodys Beziehung zu Soon-Yi für weltweite Schlagzeilen: Sie war die Adoptivtochter von Mia Farrow und ihrem damaligen Ehemann André Previn und lernte Woody kennen, als dieser mit Farrow zusammen war. 1997 heirateten Allen und Soon-Yi schließlich – eine Beziehung, die bis heute für heftige Kontroversen sorgt. In den vergangenen Jahren wurden die Missbrauchsvorwürfe erneut breit diskutiert, unter anderem in der HBO-Dokumentation "Allen v. Farrow" (2021), während Woody und seine Verteidiger weiterhin von einer unbegründeten Anschuldigung sprechen.

Woody Allen und Jeffrey Epstein in Epsteins Anwesen
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Woody Allen und Jeffrey Epstein in Epsteins Anwesen
Woody Allen und Jeffrey Epstein auf einem von der US-Justiz veröffentlichten Foto
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Woody Allen und Jeffrey Epstein auf einem von der US-Justiz veröffentlichten Foto
Von der US-Justiz veröffentlichtes Foto: Woody Allen im Gespräch mit Jeffrey Epstein und einer unkenntlich gemachten Begleiterin
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Von der US-Justiz veröffentlichtes Foto: Woody Allen im Gespräch mit Jeffrey Epstein und einer unkenntlich gemachten Begleiterin
Woody Allen und Soon-Yi Previn
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Woody Allen und Soon-Yi Previn
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