"House of Cards": Wurde Kevin Spacey zu Unrecht gefeuert?
Kevin Spacey (66) stand am Dienstag vor dem Superior Court of California, um in einem Rechtsstreit auszusagen, der sich um seine Entlassung aus der sechsten Staffel der Serie House of Cards dreht. Der Schauspieler behauptete dabei, dass sein Rauswurf auf falschen Gründen basiere. Im Zentrum des Prozesses steht eine Auseinandersetzung zwischen der Produktionsfirma Media Rights Capital und ihrer Versicherung Fireman's Fund. Media Rights Capital verlangt von der Versicherung knapp 87 Millionen Euro für Verluste, die durch Kevins Entlassung entstanden sein sollen, nachdem gegen ihn zahlreiche Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens laut geworden waren. Spaceys Aussage überraschte jedoch, da er nicht die Position der Kläger stützte, sondern deren Argumentation widersprach.
Laut The Hollywood Reporter argumentierten die Anwälte von Media Rights Capital vor Gericht, dass Kevin an einer diagnostizierten sexuellen Zwangsstörung leide, die ihn daran gehindert habe, zur Serie zurückzukehren. Diese Diagnose soll in einer Reha-Einrichtung in Arizona gestellt worden sein, in die sich der Schauspieler nach seiner Entlassung begeben hatte. Ein von Media Rights Capital beauftragter psychiatrischer Gutachter namens Michael Genovese sagte aus, dass Kevin aufgrund dieser Erkrankung nicht in der Lage gewesen sei, seine Rolle als Francis Underwood weiterzuspielen. Spacey widersprach diesen Behauptungen jedoch vehement und erklärte, dass ihm in seinen medizinischen Unterlagen "Aussagen zugeschrieben werden, die ich nie gemacht habe". Obwohl er die Diagnose nicht "professionell bestreiten" könne, so der Schauspieler, könne er sie "persönlich bestreiten". Er behauptete stattdessen, dass ihn die Firma aus Verlegenheit entlassen habe.
Kevin war im November 2017 zwischen der fünften und sechsten Staffel von House of Cards gefeuert worden, nachdem Anthony Rapp (54) öffentlich behauptet hatte, der Schauspieler habe sich ihm gegenüber unangemessen verhalten, als er erst 14 Jahre alt war. Weitere Vorwürfe folgten daraufhin. In einem Gerichtsverfahren im Jahr 2021 wurde Kevin jedoch von Rapps konkreter Anschuldigung freigesprochen. Parallel zu dem aktuellen Versicherungsstreit wird der 66-Jährige sich auch mit weiteren Zivilklagen auseinandersetzen müssen. Drei Männer haben ihn im November verklagt und werfen ihm zahlreiche Übergriffe vor. Einer der Kläger behauptet, zwischen 2000 und 2005 zwölfmal von Kevin angegriffen worden zu sein. Diese Zivilprozesse sollen im Oktober 2026 vor dem High Court in London beginnen.









