Ex-Prinz Andrew muss norwegischen Ehrenorden abgeben

Ex-Prinz Andrew muss norwegischen Ehrenorden abgeben

- Yasmin Keller
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Ein weiterer schwerer Schlag für Andrew Mountbatten-Windsor (66): Der frühere Duke of York hat nach mehr als vier Jahrzehnten seinen norwegischen Sankt-Olav-Orden zurückgegeben. Das Magazin Hello! zitiert einen Sprecher des Palastes in Oslo: "Andrew Mountbatten-Windsor hat sich entschieden, seinen Orden zurückzugeben." Der Royal hatte den Orden 1988 erhalten, als er noch als vollwertiges Mitglied der Königsfamilie mit offiziellen Titeln auftrat. Zuletzt war der 66-Jährige jedoch zunehmend wegen seiner Verbindung zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) und neuer Unterlagen des US-Justizministeriums in die Kritik geraten. Die Rückgabe des Ordens fällt nun in eine Phase, in der Andrews öffentliches Ansehen ohnehin massiv kritisiert wird.

Der norwegische Palast ließ offen, warum genau der Orden zurückgegeben wurde, betonte aber, dass die Initiative von Andrew ausgegangen sei. Der Zeitpunkt sorgt dennoch für Aufmerksamkeit: Kurz zuvor waren in den USA neue Dokumente veröffentlicht worden, die weitere Details zu seiner Freundschaft mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey enthalten. Zeitgleich mehrten sich in anderen Ländern Schritte, Andrews frühere Ehrungen zu überprüfen. The Post gegenüber bestätigte ein Sprecher des neuseeländischen Premierministers Christopher Luxon, Andrew bereits die nationale Gedenkmedaille entzogen zu haben. Noch einschneidender war der Schritt von König Charles III. (77), der seinem Bruder schon im Herbst 2025 sämtliche verbliebenen royalen Titel und militärischen Ehren abgesprochen hatte. Trotz allem bleibt Andrew aber weiterhin auf Platz acht der britischen Thronfolge.

Besonders brisant: Am selben Tag, an dem er sich von dem norwegischen Orden trennte, wurde Andrew in Norfolk festgenommen - auch noch an seinem 66. Geburtstag. Polizeibeamte nahmen ihn für rund elf Stunden in Gewahrsam. Die Ermittler werfen ihm mutmaßlichen Amtsmissbrauch während seiner Zeit als britischer Sondergesandter für Handelsfragen vor und durchsuchten dazu mehrere Adressen in Berkshire und Norfolk. Während der Königsbruder jede Form von Fehlverhalten bestreitet, bleibt seine formale Stellung im Königreich zwiespältig: In der Thronfolge wird er weiterhin geführt, und auch das Ehrenbürgerrecht der City of London behält er, da diese Auszeichnung rechtlich nicht nachträglich aberkannt werden kann. Dies teilte die "City of London Corporation" gegenüber BBC mit. Damit steht Andrew privat und öffentlich zwischen Rückzug und Rest-Privilegien, während die schweren Vorwürfe ihm gegenüber weiter im Raum stehen.

Prinz Andrew, März 2024
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Prinz Andrew, März 2024
König Charles und Prinz Andrew
Getty / Chris Jackson , Getty / WPA Pool
König Charles und Prinz Andrew
Britische Zeitungen berichten über die Festnahme von Andrew Mountbatten-Windsor am 19. Februar 2026
Getty Images
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Sollte Andrew trotz der Vorwürfe in der Thronfolge bleiben?