Daniel Radcliffe fordert Therapiepflicht für Kinderstars

Daniel Radcliffe fordert Therapiepflicht für Kinderstars

- Yasmin Keller
Lesezeit: 2 min

Daniel Radcliffe (36) macht sich für Kinderstars stark: Der Schauspieler fordert, dass Therapie für junge Darsteller verpflichtend sein sollte – und begründet das mit Erfahrungen aus der eigenen Vergangenheit. Im Interview mit Bustle sprach der Harry Potter-Star jetzt offen darüber, wie trügerisch das Bild vom sorgenfreien Kinderkarriere-Traum sein kann. Daniel erinnerte sich an einen Kinderdarsteller, den er selbst kannte und der sich später das Leben nahm, weil er glaubte, keine Probleme haben zu dürfen. Das Gespräch führte er mit Charlotte Owen, die einwarf, dass Therapie auch Menschen helfe, die scheinbar völlig stabil sind. Daniel stimmte zu und machte klar, dass Hilfe früh ansetzen müsse und fest zum System gehören sollte.

Im Talk betonte Daniel, dass der Druck hinter Ruhm, Geld und rotem Teppich gerade für Minderjährige enorm sein kann. Die Erwartung, immer glücklich zu sein, lasse wenig Raum für Zweifel oder Überforderung. Genau deshalb solle psychologische Begleitung nicht nur empfohlen, sondern fest verankert werden – mit niedrigschwelligem Zugang und ohne Stigma. Charlotte hob hervor, dass Prävention zentral ist: Begleitung sei besonders wertvoll, bevor es überhaupt kriselt. Daniel schloss sich dem an und unterstrich, der richtige Moment für einen Start sei, bevor man selbst das Gefühl habe, ihn zu brauchen. Rückblickend auf die Zeit von "Harry Potter" sagte er: "Es war Anfang der 2000er in Großbritannien." Dort habe es kaum Angebote gegeben und mentale Gesundheit war selten Thema. Gleichzeitig betonte er, wie viel ihm ein Umfeld aus verlässlichen, wohlwollenden Menschen gegeben habe, das die intensive Arbeit als junger Star erträglicher machte.

Privat zeigt Daniel seit Längerem, wie wichtig ihm Stabilität und gesunde Routinen sind. Der Schauspieler hat offen über frühere Alkoholprobleme gesprochen und setzt heute auf klare Strukturen und Sport. Er beschreibt sich inzwischen als echten Fitnessfreak und verlagert seine Energie in regelmäßige Einheiten mit Ausdauer, Zirkeltraining und Gewichten – eine Routine, die ihm Halt gibt. Daniel wurde selbst als Kind durch "Harry Potter" weltbekannt und betont bis heute, wie prägend ein stabiles Umfeld in jungen Jahren ist. Auch in Freundschaften und im engen Team findet der Brite nach eigener Aussage Rückhalt – ein Netzwerk, das ihn begleitet, seit er als Teenager in der Öffentlichkeit stand und das seine Offenheit in Gesprächen über mentale Gesundheit verständlich macht.

Daniel Radcliffe bei der Vorführung von "Kill Your Darlings" im Metrograph in New York, 05. Oktober 2025
Getty Images
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Daniel Radcliffe bei der "Harry Potter und der Stein der Weisen"-Premiere 2001
Getty Images
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Daniel Radcliffe, Rupert Grint und Emma Watson in "Harry Potter"
United Archives GmbH/ Action Press
Daniel Radcliffe, Rupert Grint und Emma Watson in "Harry Potter"
Sollte Therapie für junge Darsteller verpflichtend werden, wie Daniel es fordert?