Rosanna Arquette sah keinen Cent vom "Pulp Fiction"-Erfolg

Rosanna Arquette sah keinen Cent vom "Pulp Fiction"-Erfolg

- Mia Lada-Klein
Lesezeit: 2 min

Rosanna Arquette (66) erhebt nun schwere Vorwürfe in Verbindung mit dem Kultfilm "Pulp Fiction" aus dem Jahr 1994. Die 66-jährige Schauspielerin hat gegenüber der Sunday Times offenbart, dass sie als einziges Mitglied der gesamten Filmbesetzung keine Gewinnbeteiligung an den Einnahmen des Blockbusters erhalten habe. Während alle anderen Darsteller trotz reduzierter Gagen für den Independent-Film – Bruce Willis (70) etwa senkte sein übliches Honorar von 8.660.258 Euro auf nur 692.820 Euro – vertraglich einen Prozentsatz an den Gewinnen zugesichert bekamen, ging Rosanna leer aus. "Ich bin die einzige Person, die keine Gewinnbeteiligung bekommen hat. Alle haben Geld verdient, außer ich", so die Schauspielerin, die im Film die Ehefrau des von Eric Stoltz gespielten Drogendealers verkörperte.

Die Schuld für ihren Ausschluss aus der Gewinnteilung sieht Rosanna nicht bei Regisseur Quentin Tarantino (62), sondern bei Produzent Harvey Weinstein (73). Der 73-Jährige, der derzeit eine 16-jährige Haftstrafe wegen Vergewaltigung verbüßt, hatte Rosanna bereits Anfang der 1990er Jahre im Beverly Hills Hotel sexuell belästigt. "Ich hatte Glück, weil ich nicht vergewaltigt wurde. Aber es lief definitiv darauf hinaus, und ich bezahlte einen Preis dafür, Nein gesagt zu haben, und später bezahlte ich einen Preis dafür, die Wahrheit zu sagen", erklärte die Schauspielerin. Sie war eine von Dutzenden Frauen, die den mittlerweile in Ungnade gefallenen Produzenten im Rahmen der #MeToo-Bewegung Ende 2017 des sexuellen Fehlverhaltens bezichtigten, was letztlich 2022 zu Harvey Weinsteins Verurteilung führte. Der Film, der mit einem Budget von nur 6.928.206 Euro produziert wurde, spielte weltweit mehr als 185.242.920 Euro ein.

Die Auseinandersetzung zwischen Rosanna und Quentin verschärfte sich aber zusätzlich, nachdem die Schauspielerin den Regisseur für seine Verwendung rassistischer Sprache in "Pulp Fiction" kritisiert hatte. "Persönlich habe ich die Verwendung des N-Worts satt – ich hasse es", sagte sie und fügte hinzu, dass sie es nicht ertragen könne, dass Quentin dafür einen Freifahrtschein bekommen habe. Der 62-jährige Regisseur, der auch das Drehbuch zum Film schrieb, reagierte daraufhin mit einer scharfen Stellungnahme gegenüber der Daily Mail: "Ich habe dir einen Job gegeben, und du hast das Geld genommen." Er warf Rosanna vor, den Film aus zynischen Gründen zu kritisieren, und bezeichnete ihr Verhalten als respektlos. "Nach über drei Jahrzehnten zeigt es einen entschiedenen Mangel an Klasse, ganz zu schweigen von Ehre", so Quentin, der die Zusammenarbeit zwischen Künstlern als eine Gemeinschaft beschrieb, die von gegenseitigem Respekt geprägt sein sollte.

Rosanna Arquette im April 2022
Getty Images
Rosanna Arquette im April 2022
Harvey Weinstein und Quentin Tarantino bei einem Promi-Event
Jerod Harris / Getty
Harvey Weinstein und Quentin Tarantino bei einem Promi-Event
Rosanna Arquette bei der "Halftime" Premiere, Juni 2022
Getty Images
Rosanna Arquette bei der "Halftime" Premiere, Juni 2022
Dass Rosanna als Einzige keine Gewinnbeteiligung bekam – wie wirkt das auf euch?