"Sehr neidisch": Trump schwärmt über König Charles' Rede

"Sehr neidisch": Trump schwärmt über König Charles' Rede

- Melina Becker
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König Charles (77) hat mit seiner Rede vor dem US-Kongress für einen historischen Moment gesorgt – und selbst Donald Trump (79) ins Schwärmen gebracht. Der britische Monarch hielt die Ansprache laut CNN im Rahmen seines Staatsbesuchs in den Vereinigten Staaten und erntete dafür eine Standing Ovation von den anwesenden Abgeordneten. Besonders bemerkenswert: Trotz des offiziell unpolitischen Charakters der Rede sprach Charles durchaus heikle Themen an – darunter die Bedeutung der NATO, die Unterstützung der Ukraine sowie das Prinzip der Gewaltenteilung. "Er hat eine großartige Rede gehalten, ich war sehr neidisch", sagte Trump im Anschluss.

Während Demokraten vor allem die Erwähnungen der Magna Carta und der Kontrolle von Exekutivmacht mit Applaus feierten, zogen auch republikanische Politiker ein positives Fazit. Senator Lindsey Graham lobte, Charles habe den US-Politikern einen "dringend nötigen Moralschub" gegeben. Der republikanische Kongressabgeordnete Michael Baumgartner befand, Charles habe "einen großartigen Job für Großbritannien" gemacht. Die Washington Post titelte "Unter König Charles' Witzen und Etikette: subtile Widerlegungen Trumps", während die New York Times schrieb: "König Charles fordert Kontrolle der Exekutivmacht." Historiker Anthony Seldon bezeichnete die Rede als "außergewöhnlich" und lobte: "Er hat es unglaublich gut beurteilt: sehr mutig, sehr klug."

Hinter der Rede steckte monatelange Teamarbeit. Charles' Privatsekretär Sir Clive Alderton, ein erfahrener Diplomat, koordinierte die Arbeit zwischen dem Buckingham Palace, der Downing Street und dem Außenministerium. Bis kurz vor der Rede wurde noch an dem Text gefeilt. Charles selbst war dabei tief in den Schreibprozess eingebunden: Er soll Entwürfe ausgedruckt bekommen und handschriftlich – mit roter Tinte – kommentiert, ergänzt und gestrichen haben. Biograf Jonathan Dimbleby beschrieb die Rede gegenüber der BBC als "eloquenten Appell" für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, die "immer wieder verfeinert" worden sei. Den Auftritt vor dem Kongress hatte Charles im Zuge des Staatsbesuchs absolviert, den er gemeinsam mit Königin Camilla (78) absolvierte – das erste Wiedersehen mit den Trumps seit dem Besuch des US-Präsidenten in Großbritannien im September 2025.

King Charles III und Donald Trump bei der Staatsankunft am Weißen Haus in Washington, DC, am 28. April 2026
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Melania und Donald Trump mit König Charles und Königin Camilla
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King Charles und Donald Trump beim Staatsbesuch in Washington
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