Vergewaltigung: Harvey Weinstein 2026 zum 3. Mal vor Gericht
Harvey Weinstein (74) steht erneut vor Gericht. Der frühere Filmproduzent muss sich in New York City zum dritten Mal wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung der Schauspielerin und Friseurin Jessica Mann aus dem Jahr 2013 verantworten. Die Jury-Auswahl für den neuen Prozess soll bereits am heutigen 14. April beginnen. Weinstein wird darin mit einem Anklagepunkt der Vergewaltigung dritten Grades konfrontiert. Er selbst bestreitet die Vorwürfe nach wie vor. Bei einer Anhörung im Januar erklärte er laut einem Bericht der Associated Press: "Ich weiß, dass ich untreu war, ich weiß, dass ich falsch gehandelt habe, aber ich habe nie jemanden angegriffen."
Es handelt sich bereits um den dritten Prozess in dem Fall. Im ersten Verfahren war der 74-Jährige im Jahr 2020 in Manhattan schuldig gesprochen und zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Dieses Urteil wurde im April 2024 vom New York Court of Appeals mit einer knappen Mehrheit von vier zu drei Stimmen aufgehoben, weil der damalige Richter drei Frauen als Zeuginnen zugelassen hatte, deren Aussagen über frühere Übergriffe nicht Teil der eigentlichen Anklage waren. Im darauffolgenden zweiten Prozess im Juni 2025 wurde Weinstein zwar in einem anderen Anklagepunkt schuldig gesprochen – wegen einer sexuellen Nötigung gegen Miriam Haley aus dem Jahr 2006. Im Fall Mann aber konnte die Jury kein einheitliches Urteil fällen, wodurch es zu einem Fehlprozess kam und der Weg für den jetzigen dritten Prozess frei wurde. Harveys neuer Anwalt Marc Agnifilo, der Verteidiger prominenter Straftäter wie HipHop-Mogul Sean "Diddy" Combs (56), stellte im März gegenüber Richter Curtis Farber klar: "Es wird kein Spiegelbild des letzten Prozesses sein."
Für Aufsehen sorgt nicht nur die Wahl der neuen Strafverteidiger Marc Agnifilo und Teny Geragos, sondern auch die vermeintliche Aussage eines Gerichtsmitarbeiters vor Beginn des Prozesses. Dieser behauptet laut Bild, Weinstein habe 2020 sinngemäß zu ihm gesagt: "Wenn du einige dieser Frauen gesehen hättest, hättest du genau dasselbe getan."
Jessica Mann hatte in früheren Aussagen angegeben, dass sie mit Weinstein nach einem anfänglichen Druck auf sie eine einvernehmliche Beziehung geführt habe. Als sie ihm mitteilte, einen Freund zu haben und ihn nicht mehr treffen zu können, soll er sie laut ihrer Aussage auf ein Bett geworfen haben. Sie schilderte, dass sie "Nein, bitte nicht" gesagt habe, er sie jedoch trotzdem vergewaltigt habe. Danach habe er sich entschuldigt und gefragt: "Wir sind doch Freunde, oder?", berichtet People. Weinstein hält auch an seiner Position im Hinblick auf sein laufendes Verfahren in Los Angeles fest, wo er 2022 wegen der Vergewaltigung einer italienischen Schauspielerin zu 16 Jahren Haft verurteilt wurde – dieses Urteil hat er ebenfalls angefochten.







