Acht Jahre: Anwältin hält Marius Høibys Strafmaß für gerecht

Acht Jahre: Anwältin hält Marius Høibys Strafmaß für gerecht

- Fabienne Stepczynski
Lesezeit: 2 min

Die norwegische Staatsanwaltschaft fordert für Marius Borg Høiby (29) eine Haftstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten – ein Strafmaß, das die renommierte dänische Strafverteidigerin Mette Grith Stage nicht für überzogen hält. "Es ist nicht überraschend, dass die Staatsanwaltschaft dieses Strafmaß ansetzt", erklärt die Anwältin laut Ekstra Bladet. Der Grund dafür liege in der sogenannten gemilderten Kumulation: "Wenn man wegen mehrerer Straftaten angeklagt ist, werden die einzelnen Strafen nicht einfach addiert. Stattdessen wird eine sogenannte moderierte Kumulation angewendet, bei der jede einzelne Straftat mit geringerem Gewicht in die Gesamtstrafe einfließt." Die Staatsanwaltschaft strebt eine Verurteilung in 39 von insgesamt 40 Anklagepunkten an – lediglich bei einem Verstoß gegen ein Kontaktverbot plädiert sie auf Freispruch.

Seit Prozessbeginn am 3. Februar sitzt der 29-Jährige in Untersuchungshaft, nachdem er während der Ermittlungen noch auf freiem Fuß war. Seine beiden Verteidiger hatten zwischenzeitlich einen Antrag auf Freilassung gestellt, den das Gericht jedoch ablehnte. Der Richter begründete dies laut dem norwegischen Medium VG damit, dass es eine starke Wahrscheinlichkeit gebe, dass Marius bei einer Entlassung neue Straftaten begehen würde, die mit mehr als sechs Monaten Haft bestraft werden könnten. Mette Grith Stage verweist darauf, dass Untersuchungshaft in Fällen von solcher Schwere, in denen dem Angeklagten so viele Jahre Gefängnis drohen, üblich sei.

Das Strafverfahren gegen den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) und Stiefsohn von Kronprinz Haakon (52) befindet sich mittlerweile in der siebten und letzten Woche. Die Anklageschrift umfasst insgesamt 40 Tatvorwürfe, darunter vier mutmaßliche Vergewaltigungen im Schlaf, Misshandlung in nahen Beziehungen, wiederholte Verstöße gegen Kontaktverbote, Körperverletzung sowie Drogen- und Verkehrsdelikte. Marius bestreitet mehrere der Vorwürfe, einschließlich aller vier Vergewaltigungsvorwürfe und der Misshandlungsvorwürfe, hat aber eingeräumt, mindestens 3,5 Kilogramm Marihuana transportiert zu haben. Der letzte Verhandlungstag ist für den 19. März angesetzt, doch wann das endgültige Urteil verkündet wird, steht noch nicht fest. Laut VG ist mit der Verkündung frühestens nach dem 17. Mai zu rechnen, möglicherweise sogar erst im Juni.

Marius Borg Høiby, Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit
Lise Aserud/Getty Images
Marius Borg Høiby, Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit
Gerichtszeichnung von Marius Borg Hoiby am ersten Prozesstag in Oslo
Imago
Gerichtszeichnung von Marius Borg Hoiby am ersten Prozesstag in Oslo
Marius Borg Høiby, Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit
Instagram / marius_borg
Marius Borg Høiby, Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit
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