Marius Borg Høibys mutmaßliche Opfer fordern 172.000 Euro

Marius Borg Høibys mutmaßliche Opfer fordern 172.000 Euro

- Michelle Hinz
Lesezeit: 2 min

Am 27. Verhandlungstag in Oslo ging es vor Gericht nicht nur um das Strafmaß für Marius Borg Høiby (29), sondern auch um die Schadensersatzforderungen seiner mutmaßlichen Opfer. Mehrere Anwältinnen traten nun nacheinander ans Rednerpult, um ihre Mandantinnen zu vertreten und Entschädigungen für die erlittenen körperlichen und psychischen Schäden zu fordern. Die Anwältinnen Heidi Reisvang, Lill Vassbotn, Hege Salomon und Yvonne Larsen legten in ihren Plädoyers dar, wie gravierend die Folgen der mutmaßlichen Übergriffe für ihre Mandantinnen sind. Nora Haukland, eine Ex-Freundin des 29-Jährigen, war dabei persönlich im Gerichtssaal anwesend und zeigte sich gefasst. Für sie werden laut Bunte rund 200.000 norwegische Kronen gefordert, umgerechnet etwa 18.000 Euro.

Insgesamt belaufen sich die Schadensersatzforderungen der sechs mutmaßlichen Opfer auf mehr als 1,9 Millionen norwegische Kronen, also über 172.400 Euro, wie Nettavisen berichtet. Die endgültige Höhe der Beträge wird jedoch noch von den Richtern festgelegt. Die höchste Einzelforderung betrifft die Frau von den Lofoten, für die Anwältin Lill Vassbotn 400.000 Kronen, also rund 36.160 Euro, verlangt. Marius soll sie dort im Oktober 2023 vergewaltigt und heimlich gefilmt haben. Für die Frau aus Skaugum, die ebenfalls mutmaßlich missbraucht und gefilmt wurde, fordert die Vertretung etwa 23.500 Euro Schmerzensgeld. Die Anwältinnen betonten laut Bunte, dass im Zivilrecht andere Maßstäbe gelten als im Strafrecht und Marius selbst bei einem Freispruch zu Schadensersatz verurteilt werden könnte.

Der Prozess gegen Marius läuft bereits seit mehreren Wochen und steht nun kurz vor seinem Abschluss. Vor dem Gericht in Oslo muss sich der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) wegen zahlreicher schwerer Vorwürfe verantworten, darunter mehrere mutmaßliche Vergewaltigungen, Körperverletzung, Misshandlung in Beziehungen, Drogendelikte und Verstöße gegen Kontaktverbote. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor am selben Verhandlungstag eine Haftstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten für den 29-Jährigen gefordert. Nun bleibt abzuwarten, wie das finale Urteil des Gerichts am 19. März ausfallen wird.

Gerichtszeichnung: Marius Borg Hoiby während des Prozesses am Osloer Bezirksgericht am 5. Februar 2026
Getty Images
Gerichtszeichnung: Marius Borg Hoiby während des Prozesses am Osloer Bezirksgericht am 5. Februar 2026
Nora Haukland verlässt das Bezirksgericht in Oslo im laufenden Verfahren gegen Marius Borg Hoiby
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Nora Haukland verlässt das Bezirksgericht in Oslo im laufenden Verfahren gegen Marius Borg Hoiby
Marius Borg Høiby beim Jubiläum in Trondheim, 2016
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Marius Borg Høiby beim Jubiläum in Trondheim, 2016