Mette-Marits Interview: Palast erhielt heikle Fragen vorher
Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen (52) steht wegen ihres TV-Interviews zur Epstein-Affäre erneut in der Kritik. Wie nun in der norwegischen Sendung "Debatten" bekannt wurde, erhielt der Palast die Fragen des norwegischen Senders NRK bereits eine Woche vor dem Interview zugeschickt. In dem 20-minütigen Gespräch, das vergangenen Freitag ausgestrahlt wurde, sollte Mette-Marit erstmals Stellung zu ihrer umfassenden Verbindung zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) nehmen, die im Januar aufgedeckt worden war. Die norwegischen Medien bewerteten das Interview übereinstimmend als unzureichend – die Zeitung Dagbladet forderte die Kronprinzessin sogar auf: "Probier's noch mal."
Medienkritikerin Anki Gerhardsen äußerte sich am Dienstag in der Sendung "Debatten" deutlich zur Vorgehensweise von NRK. "Eine Woche vorher. Das ist ziemlich schockierend, dass man Kommunikationsapparate nutzen kann und alles Mögliche tun darf", sagte sie und stellte die Frage, ob der Sender auch bei anderen prominenten Personen so verfahren wäre. Sie warf NRK vor, damit sein "Werkzeug" aus der Hand zu geben, mit dem man Menschen in wichtigen Machtpositionen konfrontieren könne. Gerhardsen kritisierte, dass die Fragen "der Schlüssel und das Werkzeug" seien, um Kontrolle und Macht in der Situation zu haben. Durch die Vorabinformation sei die Machtbalance gestört worden, so die Kritikerin. NRKs Nyhetsdirektor Marius Tetlie verteidigte das Vorgehen damit, dass man dies getan habe, "weil sie aufklären wollten" und "um gute Antworten zu bekommen". Eine Sonderbehandlung des Königshauses wies er zurück.
Mette-Marit konnte oder wollte laut einer Auswertung der Zeitung Dagbladet rund ein Drittel der insgesamt 32 gestellten Fragen nicht beantworten, sodass viele Aspekte ihrer Verbindung zu Epstein weiter ungeklärt blieben. Die Dauer des Interviews von nur 20 Minuten begründete der Palast mit dem Gesundheitszustand der Kronprinzessin. Bei Mette-Marit wurde 2018 Lungenfibrose festgestellt. Im Dezember vergangenen Jahres wurde bekannt, dass sich ihr Zustand verschlechtert hat und sie möglicherweise irgendwann eine Lungentransplantation benötigen wird.








