Nicht dumm: Lisa Kudrow nimmt "Friends"-Rolle in Schutz
Phoebe Buffay aus der Kultserie Friends galt vielen als das naive Anhängsel der Gruppe – eine liebenswerte, aber letztlich schlichte Figur. Dieser Eindruck war für Lisa Kudrow (62), die die Rolle über zehn Jahre lang verkörperte, stets schwer zu ertragen. In einem Gespräch mit Schauspielkollegin Lily Tomlin (86) für das Interview Magazine bezog Lisa nun klar Stellung: Phoebe sei keine dumme Figur gewesen. Schon kurz nach dem Start der Serie 1994 seien entsprechende Zuschreibungen allgegenwärtig gewesen. "1994 hieß es: 'Ich liebe sie. Sie ist so ein Dummchen.' Und ich dachte: Okay, das war damals eben, was ein Dummchen für uns bedeutete. Jemand, der nicht spurt." Für Lisa sei diese Einordnung von Anfang an falsch gewesen.
"Am Anfang war Phoebe sehr, sehr weit entfernt von mir. Es hat viel Arbeit gekostet, die Dinge zu rechtfertigen, die sie sagen und tun würde", erklärte Lisa. Sie habe im Laufe der zehn Staffeln sogar begonnen, Bücher über Spiritualität zu lesen, einfach um Phoebes Perspektive besser nachvollziehen zu können. "Es hat Spaß gemacht. Im Laufe von zehn Jahren ist ein kleines Stück von ihr in mich übergegangen. Ich habe mich ein wenig gelockert." Diese persönliche Entwicklung zeigt, dass Lisa ihre Figur nicht einfach spielte, sondern aktiv mit ihr wuchs. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass die Figur von Anfang an ein komplexes Innenleben besaß – eines, das sich eben nicht in oberflächlichen Kategorien wie "dumm" oder "klug" fassen ließ. Wer Phoebe wirklich verstand, erkannte in ihr eine Frau, die gesellschaftliche Normen bewusst ignorierte – nicht aus Unverstand, sondern aus Überzeugung.
Die Serie über sechs Freunde in New York City lief von 1994 bis 2004 und machte Lisa neben Jennifer Aniston (57), Courteney Cox (61), David Schwimmer (59), Matt LeBlanc (58) und dem verstorbenen Matthew Perry (†54) weltberühmt. Für ihre Darstellung der quirligen Musikerin Phoebe gewann Lisa 1998 einen Emmy Award. In einem Interview mit Today.com schwärmte die Schauspielerin von ihrer Zeit am Set: "Wir liebten einander. Jeden Tag zur Arbeit zu gehen war der Himmel. Es war zu schön, um wahr zu sein, aber es war wirklich so." Der Erfolg der Show habe ihr außerdem ermöglicht, später eigene Projekte wie "The Comeback" oder "Web Therapy" zu verwirklichen, die nicht so groß wie "Friends" sein mussten, aber sehr erfüllend gewesen seien.









