Jury uneinig: Prozess um Harvey Weinstein erneut gescheitert
Für Harvey Weinstein (74) ist der dritte Vergewaltigungsprozess in New York gescheitert. Das berichten mehrere US-Medien. Die Geschworenen konnten sich nach nur drei Beratungstagen auf kein gemeinsames Urteil einigen. Richter Curtis Farber erklärte das Verfahren daraufhin für gescheitert – ein weiterer juristischer Rückschlag in einem Fall, der die amerikanische Justiz seit Jahren beschäftigt. Die Staatsanwaltschaft in Manhattan hat nun einen Monat Zeit, dem Gericht mitzuteilen, ob sie einen vierten Prozess anstrebt. Im Mittelpunkt der Anklage steht dabei der mutmaßliche Übergriff auf Jessica Mann.
Es war nicht der erste Anlauf, den Fall vor Gericht zu bringen. Bereits im Jahr 2020 war Harvey in New York wegen Vergewaltigung schuldig gesprochen worden – doch ein höheres Gericht hob das Urteil 2024 auf. Ein erneuter Prozess im Juni 2025 endete mit einem gemischten Ergebnis: Das Geschworenengremium befand den 74-Jährigen in einem Anklagepunkt wegen einer sexuellen Straftat erster Klasse gegen Miriam Haley für schuldig, in einem weiteren Punkt gegen Kaja Sokola für nicht schuldig, und im Fall Mann konnte es sich nicht einigen. Trotz des neuerlichen Scheiterns bleibt Harvey weiterhin in Haft – auch aufgrund eines Schuldspruchs aus einem Verfahren in Los Angeles im Jahr 2022.
Zuletzt hatte ein Zwischenfall seinen aktuellen Prozess kurzfristig unterbrochen: Harvey hatte während der Beratungen über Brustschmerzen geklagt, woraufhin der Richter die Jury früher als geplant nach Hause geschickt hatte. Sein Verteidiger Marc Agnifilo hatte Richter Farber damals über den Gesundheitszustand seines Mandanten informiert. Harvey, der nach eigenen Angaben stets seine Unschuld beteuert, verbringt seit fast sechs Jahren einen Großteil seiner Zeit hinter Gittern.








