Medikamente offenlegen? Tiger Woods kämpft um Privatsphäre
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Medikamente offenlegen? Tiger Woods kämpft um Privatsphäre

- Janine Karrasch
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Im Strafverfahren gegen Tiger Woods (50) wegen Trunkenheit am Steuer hat sich eine neue juristische Auseinandersetzung entwickelt: Die Staatsanwaltschaft will Einblick in die Rezeptunterlagen des Golfprofis erhalten. Ein entsprechender Antrag zielt auf Aufzeichnungen der Lewis Pharmacy in Palm Beach ab und soll detaillierte Informationen liefern – darunter, wann Rezepte eingelöst wurden, wie viele Tabletten Tiger jeweils erhielt, in welcher Dosierung sowie welche Beipackzettel-Hinweise, etwa zum Thema Fahrtüchtigkeit, beigefügt waren. Sein Anwalt Douglas Duncan hat daraufhin einen Widerspruch eingereicht und sich klar positioniert. "Sollte es erforderlich werden, dass der Staat die genannten Unterlagen oder Teile davon öffentlich zugänglich macht, muss eine Anhörung stattfinden, um die Notwendigkeit dieser Offenlegung zu prüfen", so Duncan laut People. Tiger habe ein Recht auf seine Privatsphäre.

Ende März verlor Tiger in Florida die Kontrolle über sein SUV, das sich überschlug. Alkohol spielte dabei offenbar keine Rolle: Ein Atemalkoholtest zeigte keinerlei Alkohol im Blut. Stattdessen vermuten die Ermittler, dass eine mögliche Beeinträchtigung auf Medikamente zurückzuführen sein könnte. Tatsächlich wurden in Tigers Hosentasche zwei Pillen sichergestellt, die sich als ein verschreibungspflichtiges Opioid-Schmerzmittel herausstellten. Laut dem Polizeibericht wies Tiger zudem gerötete und glasige Augen sowie extrem geweitete Pupillen auf. Gegenüber den Beamten räumte der 50-Jährige ein, am Unfalltag mehrere Medikamente eingenommen zu haben, verweigerte aber die Abgabe einer Urinprobe, was eine eigene Anklage nach sich zog. Er plädierte anschließend auf nicht schuldig und kündigte an, sich in Behandlung zu begeben. Berichten von TMZ zufolge landete sein Privatjet kurz darauf in der Schweiz, wo einige der renommiertesten Entzugskliniken der Welt ansässig sind.

Auch für den Fall, dass ein Richter die Vorladung letztlich genehmigen sollte, hat Anwalt Duncan bereits vorgesorgt. In seinem Antrag fordert er eine sogenannte Schutzanordnung, die den Zugang zu den Unterlagen auf einen eng begrenzten Personenkreis beschränken würde. Konkret heißt es in dem Schriftsatz: "Die Unterlagen dürfen nicht an Dritte weitergegeben werden, einschließlich einer Anordnung, die der Staatsanwaltschaft untersagt, die Unterlagen als Reaktion auf Anfragen zur Akteneinsicht zu veröffentlichen." Hintergrund dieser Vorsichtsmaßnahme dürfte auch Tigers persönliche Geschichte sein: Bereits 2017 wurde er in Florida wegen eines ähnlichen Vorfalls festgenommen, wobei damals neben Hydrocodon noch vier weitere Substanzen in seinem Blut nachgewiesen wurden. Damals suchte er daraufhin eine Entzugsklinik auf.

Mugshot von Tiger Woods, 27. März 2026
Getty Images
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Tiger Woods im Juli 2024
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Tiger Woods und Donald Trump, Mai 2019
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