Emotionale Offenbarung: Judi Dench kann kaum noch sehen
Judi Dench (91) spricht offen über die schwere Belastung, die ihre Gesundheit ihr inzwischen im Alltag bereitet. Die Schauspiellegende lebt seit ihrer Diagnose einer altersbedingten Makuladegeneration im Jahr 2012 mit einer fortschreitenden Sehschwäche. Jetzt erzählt sie im Podcast "Roots" der Royal Horticultural Society, den Radiostar Jo Whiley moderiert, wie sehr sie darunter leidet. Während des Gesprächs wird deutlich, dass Judi kaum noch etwas erkennt: Als Jo ihr gegenüber sitzt und nach ihrer Sehkraft fragt, antwortet die Oscarpreisträgerin schlicht: "Ich kann dich nicht sehen."
Sie könne keine Texte mehr lesen und habe viele alltägliche Dinge aufgeben müssen – von Handarbeiten bis hin dazu, alleine auszugehen. Die Darstellerin erklärt, ihr Sehvermögen sei "furchtbar" und sie erkenne oft nur noch Farben, wie bei einer weißen Magnolie hinter ihr, die sie mit einer Pflanze in ihrem eigenen Garten vergleicht. Schon früher hatte sie ihre Diagnose als "schweren Schlag" bezeichnet und verraten, dass ihre Augen nun das fortgeschrittene Stadium erreicht hätten, in dem medizinische Hilfe kaum noch greift. Trotzdem steht für die Filmikone nicht zur Debatte, ihren Beruf aufzugeben: Freunde und Kollegen lesen ihr Drehbücher laut vor, damit sie die Rollen verinnerlichen kann.
Judi setzt auf Gedichte und Shakespeare, um geistig fit zu bleiben. Im Podcast erzählt die Britin, sie könne ganze Shakespeare-Stücke wie "Twelfth Night" und "A Midsummer Night's Dream" auswendig aufsagen und wolle nun noch mehr Sonette lernen, um sich weiter zu fordern. Gleichzeitig räumt der Hollywoodstar ein, dass ihre Kurzzeiterinnerung ihr deutlich mehr Probleme bereitet als die großen Klassiker. "Ich kann mich nicht erinnern, was ich morgen mache", sagte sie im Gespräch mit ITV News. Auch den Moment, als sie ihren Führerschein abgeben musste, schilderte die Schauspielerin bereits als "absolut entsetzlich" und "eines der traumatischsten Erlebnisse" – sie sei sich sicher, dass sie sonst jemanden gefährden würde. Trotz all dieser Einschränkungen bleibt für Judi offenbar entscheidend, ihren Tag mit Kunst, Sprache und vertrauten Menschen zu füllen, die sie im Alltag unterstützen.






