Badmómzjay ehrlich: So hart war ihr Schwangerschaftsabbruch

Badmómzjay ehrlich: So hart war ihr Schwangerschaftsabbruch

- Linn Dubbel
Lesezeit: 3 min

Mit ihrem neuen Song "Haus im Meer" hat Rapperin Badmómzjay (23) ein persönliches Thema in die Öffentlichkeit getragen: einen Schwangerschaftsabbruch, den sie im Winter 2024 durchgemacht hat. Im Gespräch mit Stern schildert sie nun erstmals offen und detailliert, was sie damals erlebt hat. Alles begann bei einer Freundin zu Hause – Brustschmerzen, ein überfälliger Zyklus, zunächst noch keine großen Sorgen. Doch drei Schwangerschaftstests brachten die eindeutige Gewissheit: Alle drei fielen positiv aus. "Ich habe sofort angefangen zu weinen. Da war Angst", erinnert sich die Musikerin, die mit bürgerlichem Namen Josy Napieray heißt.

Ein Kind zu bekommen, kam für Josy nicht infrage – besonders in der Beziehung, in der sie sich damals befand. "Damals war ich in einer schlimmen Beziehung. Er war übergriffig, hat mich mental und körperlich missbraucht. Von diesem Mann kann ich doch kein Kind bekommen, dachte ich", beschreibt sie. Ihr Ex-Partner redete ihr zunächst gut zu und betonte, gemeinsam könnten sie alles schaffen. Als Josy ihm offenbarte, an einen Abbruch zu denken, kippte die Stimmung jedoch. "Da meinte er: 'Das Kind ist von Gott gewollt.' Er nannte mich eine Mörderin", erzählt sie.

Sie entschied sich dennoch für einen Abbruch mit Tabletten. In der Arztpraxis verlor Josy das Bewusstsein und stürzte mit dem Gesicht auf die Fliesen. Ihre Lippe platzte auf, ihr Piercing wurde herausgerissen, die Nase war blau. Danach folgten tagelange Unterleibskrämpfe und ein starkes psychisches Tief. Begleitet wurde sie nicht von ihrem Partner, sondern von einer Freundin. "Ich lag eine Woche rum, bis es mir körperlich etwas besser ging. Der Aufprall, der Schock darüber, die Krämpfe, das viele Blut, das ich verloren habe. Dazu das psychische Down, das die Tabletten auslösen – ich habe mich so schuldig gefühlt. Es war das Schlimmste, was mein Körper je durchgemacht hat", beschreibt Josy heute die Situation.

Heute hat Josy ihren Frieden mit der Entscheidung gefunden. Sie habe mithilfe von Therapie verstanden, dass es "die richtige Erfahrung zur falschen Zeit" war. "Ich möchte unbedingt irgendwann eine Familie gründen, mit einem liebevollen Menschen. Es ist verantwortungsbewusster, zu sagen: 'Ich kann diesem Kind gerade nicht das bieten, was es verdient', als dass es in einer instabilen oder gewaltvollen Beziehung aufwächst", findet sie. Nachdem sie das Thema in ihrem neuen Song "Haus im Meer" angesprochen hatte, erhielt sie viele Nachrichten von jungen Frauen, die Ähnliches erlebt haben – eine positive Erfahrung für Josy. "Die Leute sollen wissen, dass es okay ist – du bist nicht weniger wert, wenn du abgetrieben hast", betont sie.

Badmómzjay, Rapperin
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Badmómzjay, Rapperin
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Badmómzjay, Rapperin
Badmómzjay auf der Bluestage beim Highfield Festival 2023
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Badmómzjay auf der Bluestage beim Highfield Festival 2023
Badmómzjay bei der Premiere von "Michael" in der Uber Eats Music Hall in Berlin im April 2026
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