Psychotherapie als "Eliten-Ding": Carolin Kebekus übt Kritik
Carolin Kebekus (45) meldet sich mit deutlicher Kritik an der aktuellen Gesundheitspolitik zu Wort. In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur in Köln sprach die Comedienne über den Stellenwert von Psychotherapie in der Gesellschaft – und übte dabei scharfe Kritik an den geplanten Kürzungen im Bereich psychotherapeutischer Leistungen. Die zum 1. April in Kraft getretene Absenkung der Vergütung um 4,5 Prozent hält sie für völlig kontraproduktiv. Carolin, die Mitte der 2000er-Jahre durch ihre Auftritte in der Sendung "Freitag Nacht News" bekannt wurde und gerne polarisierende Themen bespricht, hofft darauf, Barrieren zu lockern: "Ich glaube, dass wir als Gesellschaft sehr viel davon hätten, wenn Psychotherapie zugänglicher und bezahlbarer wäre."
Konkret warnt Carolin davor, dass sich durch die Sparmaßnahme immer mehr Therapeuten auf Privatpatienten konzentrieren könnten, weil sie dort mehr verdienen. "Dann wird Psychotherapie ein Eliten-Ding", sagte sie im Interview. Außerdem kritisierte sie eine weitere Regelung, die sie als absurd bezeichnet: Wer eine Therapie in Anspruch genommen hat, kann demnach als Lehrerin oder Lehrer oft nicht mehr verbeamtet werden. "Anstatt es anzuerkennen, dass sie etwas für ihre mentale Gesundheit getan haben, werden sie bestraft." Dabei sei es doch wünschenswert, psychisch gesunde Lehrkräfte zu haben. Das Thema greift sie auch in ihrer Sendung "Carolin Kebekus Show" auf, die am Donnerstagabend im Ersten zu sehen ist. Dort berichten mehrere Comedians über ihre eigenen Therapieerfahrungen und darüber, warum professionelle Unterstützung so wichtig sein kann.
Grundsätzlich ist Carolin überzeugt, dass Psychotherapie für viele Menschen noch immer ein Tabu ist. "Wenn wir ein körperliches Problem haben, dann ist es klar, dass wir damit zum Arzt gehen", nannte sie ein Gegenbeispiel. "Aber wenn wir jeden Tag depressiv sind oder Ängste haben, die immer wiederkommen und uns enorm belasten, dann trauen wir uns vielleicht trotzdem nicht, darüber zu sprechen und Hilfe zu suchen." Ohnehin zeigt sich die Entertainerin, die im Januar 2024 zum ersten Mal Mutter geworden ist, immer wieder bereit, auch persönliche Themen wie eine Sexflaute im Alltag als Mama öffentlich anzusprechen. Mit ihren Aussagen spricht sie vielen aus der Seele und macht deutlich, dass auch erfolgreiche Frauen mit unzähligen Herausforderungen konfrontiert sind.









