Anya Elsner gesteht: Sie "genießt" Essstörung "noch zu sehr"
Triggerwarnung: Essstörung
Anya Elsner (22) spricht offen über ihren Umgang mit einer Essstörung. Im Interview mit dem Berliner Kurier berichtet die ehemalige Germany's Next Topmodel-Kandidatin, dass sie seit etwa zwei Jahren an Magersucht erkrankt ist. Dabei macht sie deutlich, dass sie sich aktuell noch nicht bereit fühlt, professionelle Hilfe vollständig anzunehmen. Besonders eindrücklich schildert sie ihre innere Zerrissenheit: "Ich habe gesehen, wie es ist, Hilfe zu bekommen, aber ich bin noch nicht bereit, diese Hilfe anzunehmen. Ich genieße die Krankheit leider gerade noch zu sehr", erklärt Anya. Sie sei sich der gesundheitlichen Folgen ihrer Erkrankung bewusst, befinde sich aber noch in einem schwierigen Prozess im Umgang damit. Nach eigenen Angaben begann die Entwicklung nach ihrer Teilnahme am Dschungelcamp und in einer Zeit persönlicher sowie familiärer Belastungen.
Anya erzählt, dass sie nach ihrem Auszug aus dem Camp zunächst vier Kilo verloren habe, was für sie den Startpunkt der Entwicklung markierte. Danach habe sie begonnen, Kalorien zu zählen, sich viel zu bewegen und sich feste Vorgaben zu machen. Auch das belastete Verhältnis zu ihrer Mutter sei für sie ein wichtiger Faktor gewesen: "Ich hatte nicht das Gefühl, meine Mutter würde mich lieben, so wie man sein Kind normalerweise liebt. Ich habe weiter Gewicht verloren mit dem Hintergedanken: 'Vielleicht sieht sie mich ja dann, sieht, wie schlecht es mir geht, und macht sich dann Sorgen um mich.'" Sie erklärt jedoch, dass dies nicht der Fall gewesen sei: Sie habe früh bemerkt, dass wenig Unterstützung kam, und dass die Anorexie dadurch zunehmend überhandgenommen habe.
Anfang des Jahres suchte die Influencerin deshalb Hilfe in einer Klinik. Den Aufenthalt beschreibt sie zwar als wichtig, aber noch nicht nachhaltig erfolgreich. Die Therapie sei gut gewesen, dennoch befinde sie sich aus ihrer Sicht noch zu tief in der Krankheit. "Ich würde sagen, dass ich jetzt auf dem gleichen Stand bin wie vorher. Ich glaube, ich war noch nicht bereit dafür. Die Therapie war gut – ich weiß, woran ich arbeiten kann –, aber ich bin noch zu tief in der Krankheit drin, sodass ich mir gar nicht helfen lassen möchte", schildert sie. Unterstützung erhalte sie derzeit vor allem von Freunden und ihrem Partner. Zudem stand sie inzwischen wieder gemeinsam mit ihrer Mutter für das RTL+-Format "Prominent verwandt" vor der Kamera. Laut Anya habe die Teilnahme dazu beigetragen, dass sich die Beziehung zwischen den beiden etwas verbessert habe.
Das Thema Essstörung hatte Anya schon zuvor öffentlich angesprochen und dabei deutlich gemacht, wie stark es ihren Alltag beeinflusst. "Eigentlich hatte ich gesagt, dass ich auf meinem Account gar nicht darüber reden möchte, weil mir das auch ein Stück weit peinlich ist", schrieb sie auf Instagram. Doch da viele ihrer Follower ähnliche Erfahrungen machen, entschied sie sich, offen über ihre Situation zu sprechen: "Die letzten Wochen waren sehr, sehr hart für mich, weil ich meinen Essrhythmus verloren habe und jeden Tag 24 Stunden faste, um dann zehn Minuten am Tag kurz was zu essen." Anya berichtete außerdem, dass die Situation deutliche Auswirkungen auf sie und ihr Umfeld habe. Sie fühle sich häufig gereizt, schnell angespannt und energielos, wodurch ihr der Alltag schwerfalle. Die Essstörung nehme immer mehr Raum in ihrem Leben ein. Weitere Einzelheiten wollte sie jedoch bewusst nicht nennen, um mögliche Trigger zu vermeiden.







