Wegen Mama Mette: Mehr Verantwortung für Prinzessin Ingrid?
In Norwegen könnte Prinzessin Ingrid Alexandra (22) schon bald deutlich mehr Verantwortung übernehmen. Ein Vorschlag zur Änderung der Verfassung liegt dem norwegischen Parlament vor und soll dort im Herbst behandelt werden. Dahinter steckt der Stortingsabgeordnete Sverre Myrli von der Arbeiterpartei, der den Antrag bereits 2024 eingereicht hat. Er fordert, dass die 22-jährige Prinzessin als Staatsoberhaupt einspringen kann, wenn sowohl König Harald V. (89) als auch Kronprinz Haakon (52) gleichzeitig krank oder außer Landes sind – eine Möglichkeit, die bislang nicht vorgesehen ist. Der Kontroll- und Verfassungsausschuss des Stortings soll seine Empfehlung zum Gesetzentwurf in Kürze vorlegen, wie TV 2 berichtet.
Bisher ist es so geregelt: Ist König Harald verhindert, übernimmt Kronprinz Haakon das Amt des Regenten. Sind beide nicht verfügbar, fällt die Aufgabe des Staatsoberhauptes an die Regierung. Myrli sieht darin ein potenzielles Problem. "Wir könnten in eine heikle Lage geraten, in der Regierungsumbildungen vorgenommen oder die gesamte Regierung abgesetzt werden muss. Dann wäre es die Regierung selbst, die den Ministerpräsidenten oder die Minister ernennt. Das wäre sehr ungünstig", erklärte er gegenüber TV 2. Als Beispiel nannte er den Rücktritt von Gesundheitsministerin Ingvild Kjerkol im Jahr 2024 – damals war der König langzeitkrank, und die Politiker warteten bewusst auf die Rückkehr des Kronprinzen, bevor sie eine Nachfolgerin ernannten.
Ingrid Alexandra studiert derzeit an der Universität in Sydney, ist aber vor Kurzem zurück nach Norwegen gereist. Hintergrund ist die ernsthafte Erkrankung ihrer Mutter: Kronprinzessin Mette-Marit (52) leidet an einer schweren Lungenerkrankung und steht auf der Warteliste für eine Lungentransplantation. Wie sehr die Krankheit der Kronprinzessin den Alltag der Familie bereits bestimmt, zeigte sich erst vor einer Woche. Kronprinz Haakon bestätigte auf einer Pressekonferenz in Japan: "Sie plant, bald nach Hause zu kommen, und das hat mit der familiären Situation zu tun – sie möchte bei ihrer Mutter sein." Wie lange Ingrid Alexandra in Norwegen bleiben würde, ließ Haakon offen. Zugleich betonte er, dass der Plan weiter bestehe, dass sie ihr Studium in Sydney abschließt.









