WM-Aus: Ex-Nationalspieler geht auf Julian Nagelsmann los
Nach dem frühen WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay hat Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann (52) kein gutes Haar an Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) gelassen. Deutschland scheiterte im Sechzehntelfinale nach einem 1:1 in der Verlängerung mit 3:4 im Elfmeterschießen – ein Ergebnis, das für Dietmar vor allem auf die Arbeit des Trainers zurückzuführen ist. Der frühere Mittelfeldspieler äußerte sich als Experte beim irischen Sender RTÉ Sport in ungewöhnlich scharfer Form über den Bundestrainer. Sein Urteil fiel vernichtend aus: "Ich habe keine Sympathie für ihn. Ich glaube, er und das Team haben bekommen, was sie verdient haben."
Für Dietmar mangelt es dem deutschen Team grundlegend an Zusammenhalt – und dafür macht er Julian verantwortlich. "Ich glaube, Herz kommt von Teamspirit, vom Zusammensein, vom Vertrauen, dass deine Teamkollegen da sind, wenn du sie brauchst. Ich habe das Gefühl, unter diesem Trainer war das nie der Fall", sagte er gegenüber RTÉ Sport. Besonders hart fiel sein Vorwurf aus, Julian schaue sich zu wenige Spiele seiner Spieler an: "Das ist ein Typ, der selten Spiele schaut. Er war nicht einmal in Mailand, um Bisseck zu sehen. Einen Spieler, den er mit zur WM hätte nehmen sollen. Er war in zweieinhalb Jahren nie in Brentford, um Schade zu beobachten, einen Spieler, der letzte Saison zehn Tore erzielt hat. In der Bundesliga guckt er vielleicht ein, zwei Spiele im Monat." Auch die Vorbereitung auf mögliche Gegner sei unzureichend gewesen: Andere Nationaltrainer wie Roberto Martínez (52), Thomas Tuchel (52) und Didier Deschamps (57) seien eigens zur Klub-WM gereist, um sich ein Bild von den Spielorten und potenziellen Gegnern zu machen – Julian hingegen nicht.
Julian selbst hatte sich nach dem Ausscheiden klar positioniert: Er wolle als Bundestrainer weitermachen und stehe dem Verband weiterhin zur Verfügung. Der 38-Jährige hatte erst 2023 das Amt des Bundestrainers übernommen und führte die Mannschaft zunächst durch eine von Aufbruchstimmung geprägte Heim-EM im vergangenen Jahr. Ob er trotz der massiven Kritik tatsächlich im Amt bleibt, dürfte nun Gesprächsthema beim Deutschen Fußball-Bund sein.








