Vermisstenfall Nancy Guthrie: Erpresserbrief war gefälscht
Im Vermisstenfall der 84-jährigen Nancy Guthrie, Mutter von "Today"-Moderatorin Savannah Guthrie (54), gibt es eine dramatische Wende: Das FBI hat alle drei Erpresserbriefe, die nach dem Verschwinden der Seniorin aufgetaucht waren, als Fälschungen eingestuft. Gegenüber Reuters erklärte ein Ermittler unter der Bedingung der Anonymität: "Keiner der Erpresserbriefe wird als echt angesehen." Nancy war am 31. Januar aus ihrem Zuhause in Tucson, Arizona, verschwunden und gilt seitdem als vermisst. Fast fünf Monate danach bleiben die Ermittlungen ohne konkretes Ergebnis – und die Behörden gehen weiterhin davon aus, dass sie entführt wurde.
Neben den gefälschten Briefen sorgt nun eine weitere Enthüllung für Aufsehen: Die freiwillige Such- und Rettungsorganisation United Cajun Navy hat nach eigenen Angaben mehrfach angeboten, bei der Suche nach Nancy zu helfen. Brian Trascher, nationaler Vizepräsident der Organisation, berichtete gegenüber NewsNation, man habe Drohnen, Spürhunde und erfahrene Freiwillige zur Verfügung gestellt. "Wir waren wirklich der festen Überzeugung, dass es eine gute Chance gibt, dass sie irgendwo in der Grenzregion gelandet sein könnte", sagte er. Die Organisation habe sogar einen detaillierten 41-seitigen Einsatzplan eingereicht, der unter anderem Wärmebildtechnologie und mehr als 20 Suchhunde umfasst. Das Pima County Sheriff's Department lehnte das Angebot dennoch ab und teilte mit, man werde auf externe operative Unterstützung verzichten.
Unterdessen bleibt der dritte, erst kürzlich aufgetauchte Brief, der angeblich die Entführer identifizierte und auf Videomaterial hinwies, ebenfalls ohne jede Glaubwürdigkeit – wie auch die beiden früheren Schreiben, in denen zunächst Millionen in Kryptowährung gefordert und später der Tod der Seniorin behauptet worden war. Überwachungskameras hatten bereits kurz nach ihrem Verschwinden eine maskierte Person in schwarzer Kleidung, mit Latexhandschuhen und Rucksack vor ihrem Haus gezeigt. Nancy ist auf tägliche Medikamente wegen einer Herzerkrankung angewiesen und hat eingeschränkte Mobilität. Das FBI bietet umgerechnet eine Belohnung von 88.000 Euro für sachdienliche Hinweise an; die Familie Guthrie hat zusätzlich bis zu eine Million Euro in Aussicht gestellt.









