Laut Prinz Harry ist Urteil im Prozess Justiz-Vertuschung

Laut Prinz Harry ist Urteil im Prozess Justiz-Vertuschung

- Janine Karrasch
Lesezeit: 2 min
Promiflash.de bei Google bevorzugen

Der Kampf gegen die britische Boulevardpresse, den Prinz Harry (41) seit Jahren führt, hat einen empfindlichen Rückschlag erlitten. Am Dienstag verkündete der Londoner High Court sein Urteil im elfwöchigen Verfahren gegen Associated Newspapers Limited (ANL), den Herausgeber der Daily Mail und der Mail on Sunday. Richter Nicklin kam in seinem 436 Seiten starken Urteil zu dem Schluss, dass Harry und seine sechs Mitkläger – darunter Musiklegende Elton John (79) – ihre Vorwürfe nicht hinreichend belegen konnten. Der Verlag feierte die Entscheidung umgehend als "überwältigenden Sieg für die Pressefreiheit". Der gescheiterte Prozess könnte für Harry und seine Mitstreiter nun äußerst kostspielig werden. Laut einem Bericht des britischen Guardian könnten auf die unterlegenen Kläger Verfahrenskosten von bis zu 58 Millionen Euro zukommen.

In ihrem Statement zeigen sich Harry und Mitklägerin Doreen Lawrence tief enttäuscht. "Wir kamen vor Gericht und suchten Gerechtigkeit und Verantwortung. Aber wir haben beides nicht bekommen", erklären sie gegenüber Page Six. Sie verweisen darauf, dass frühere Verfahren gegen andere Verlagshäuser zu ganz anderen Einschätzungen geführt hätten, und werfen dem Gericht nun "Inkonsequenz" vor. Die Vorwürfe gegen Associated Newspapers reichten von angeblich illegal eingesetzten Privatdetektiven bis hin zu mutmaßlichen Abhöraktionen, die sich über viele Jahre erstrecken sollen. Harry und Doreen bemängeln, dass Mail-Journalisten ihre Vorwürfe lediglich bestritten hätten, das Gericht diesen Dementis aber mehr Glauben schenke als den vorgelegten Dokumenten. Man habe aus Sicht der Kläger "überzeugende Beweise" präsentiert, die weiterhin Bestand hätten. "Das ist eine regelrechte Vertuschung, aber leider nicht ganz unerwartet", so Harry weiter.

Der Richter sah das anders: In seiner Entscheidung betonte Matthew Nicklin laut CNN, die Vorwürfe seien zwar grundsätzlich schwerwiegend, es habe sich aber nicht nachweisen lassen, dass die Informationen der Zeitung tatsächlich auf unrechtmäßige Weise beschafft worden seien. Harry hatte in der Vergangenheit geschildert, wie sehr seine Familie unter dem Medieninteresse leide; besonders seine Frau Herzogin Meghan (44) und die gemeinsamen Kinder stehen dabei im Fokus. Für den aktuellen London-Aufenthalt soll die frühere Schauspielerin deshalb mit Sohn Prinz Archie (7) und Tochter Prinzessin Lilibet (5) in den USA geblieben sein, nachdem es Berichten zufolge keine staatlich finanzierte Polizeischutzlösung gab. Harry konzentriert sich derweil in der Öffentlichkeit auf sein Herzensprojekt, die Invictus Games, mit denen er verletzte Soldatinnen und Soldaten unterstützt.

Prinz Harry verlässt die Veranstaltung der Invictus Games Foundation bei Chatham House in London
Getty Images
Prinz Harry verlässt die Veranstaltung der Invictus Games Foundation bei Chatham House in London
Prinz Harry zurück in London
Getty Images
Prinz Harry zurück in London
Prinz Harry und Meghan besuchen das National Centre for Rehabilitation of Addicts in Amman
Getty Images
Prinz Harry und Meghan besuchen das National Centre for Rehabilitation of Addicts in Amman
Nach dem Urteil: Auf wessen Seite steht ihr eher?