Nach Rassismus gegen Mbappé: Frankreich kündigt Anzeige an
Nach dem WM-Achtelfinale zwischen Paraguay und Frankreich, das die Franzosen mit 1:0 gewannen, sorgte eine paraguayische Politikerin für einen handfesten Rassismus-Skandal. Senatorin Celeste Amarilla de Boccia überhäufte Kylian Mbappé (27) in den sozialen Medien mit einer wüsten Schimpftirade und bezeichnete ihn unter anderem als "Trottel", "kolonisierten Kameruner" sowie als "neureich, arrogant und hässlich". Außerdem hat sie geschrieben: "Statt Muttermilch hat er Kokosnüsse ausgesaugt, und das Gebildetste, was er je gehört hat, waren Schimpansen." Frankreichs Fußballverband reagierte scharf auf die Beleidigungen und kündigte an, Anzeige bei der Staatsanwaltschaft zu stellen. Die Äußerungen der Senatorin seien "verabscheuungswürdig und inakzeptabel", hieß es in einem Statement.
Verbandspräsident Philippe Diallo stellte sich bei X klar hinter seinen Kapitän: "Ich sichere unserem Kapitän, den Spielern und ganz allgemein allen Opfern solch abscheulicher Äußerungen meine volle Unterstützung zu", schrieb er. Die Spieler der französischen Nationalmannschaft repräsentierten Frankreich, deshalb sei "unser Land" von den Beleidigungen betroffen. Auch Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron (48) meldete sich bei X zu Wort: "Ein weiteres Tor für Kylian Mbappé. Diesmal gegen Rassismus." Mbappé selbst hatte die Politikerin in einer direkten Antwort als "verachtenswerte Frau und unwürdig Ihres Amtes" bezeichnet und klargemacht, dass er Menschen wie ihr "niemals die Freiheit lassen" werde, "ihren Hass und ihren Rassismus in der Welt zu verbreiten". Sportministerin Marina Ferrari ergänzte, dass Amarilla de Boccia mit ihren Angriffen gegen alles vorgehe, "was unser Kapitän verkörpert, und alles, wofür unser Land eintritt: die Freiheit, die Gleichheit und die Brüderlichkeit".
Vorausgegangen war dem Eklat eine hitzige Partie in Philadelphia, bei der Mbappé sowohl selbst hart attackiert wurde als auch seinerseits ausgeteilt hatte. Nach dem Schlusspfiff verweigerte er Paraguays Torwart Orlando Gill den Handschlag und feierte mit einer provokanten Geste. Genau auf diesen Moment bezog sich Amarilla de Boccia in ihrem Posting, als sie Gill aufforderte, Mbappé den Mittelfinger zu zeigen. Der Stürmer von Real Madrid hatte sich in der Vergangenheit bereits kritisch über die Schattenseiten des Profifußballs geäußert und betont, dass er ohne seine Leidenschaft für den Sport "von der Fußballwelt schon lange angewidert" wäre.











