"Habe viel geopfert": Jannik Sinners Triumph in Wimbledon
Auf dem Tennisplatz sieht bei Jannik Sinner (24) alles mühelos aus – beim Champions-Dinner in Wimbledon war es dann doch etwas holpriger. Beim traditionellen Tänzchen mit Siegerin Linda Noskova zeigte der Italiener auf dem Tanzparkett deutlich weniger Eleganz als auf dem Centre Court. Trotzdem erntete der Tennisstar Standing Ovations und jede Menge Sympathie vom Publikum. Zuvor hatte er das Finale gegen Alexander Zverev (29) in vier Sätzen (6:7, 7:6, 6:3, 6:4) für sich entschieden und damit seinen Wimbledon-Titel erfolgreich verteidigt. Gegenüber Sky zeigte sich Jannik anschließend emotional: "Ihr wisst gar nicht, wie viel mir dieser Erfolg bedeutet. Ich habe mein Leben diesem Sport gewidmet." Und weiter: "Ich habe auch viel geopfert, um jetzt hier so dazustehen."
Was den Triumph noch bemerkenswerter macht: Jannik war in den Wochen vor dem Turnier alles andere als in Topform. Bei den French Open in Paris brach er in der zweiten Runde gegen Juan Manuel Cerundolo zusammen, schleppte sich wie ein körperliches Wrack über den Platz und verlor die Partie. Ganz Italien verfiel in Schockstarre. Der Südtiroler zog sich zurück, ließ sich von Experten untersuchen und legte Sonderschichten ein. Nach London reiste er dann, ohne eine einzige Partie auf Rasen gespielt zu haben – was den früheren Wimbledon-Sieger Michael Stich, der das Turnier als TV-Experte begleitete, laut zu zweifeln ließ. Der unterlegene Finalgegner Sascha Zverev kommentierte seine zehnte Niederlage in Folge gegen Jannik mit einem Augenzwinkern: "Jannik, langsam wirst du mir echt unsympathisch."
Mit der Titelverteidigung in Wimbledon – was zuvor nur neun Spielern gelungen ist – festigte Jannik einmal mehr seine Stellung als bester Tennisspieler der Welt. Seit Oktober 2025 hat er lediglich drei Partien verloren: Neben Cerundolo bezwangen ihn nur Jakub Mensik im Viertelfinale in Doha sowie Novak Djokovic (39) im Halbfinale in Melbourne. In der Weltrangliste führt er seit 80 Wochen und liegt mittlerweile 5.290 Punkte vor seinem engsten Verfolger Carlos Alcaraz (23). Auch Sascha kassierte in Wimbledon seine dritte Finalniederlage bei einem Grand Slam und musste sich einmal mehr geschlagen geben.









