Warum Clint Eastwood mit Gangsta-Rap hart ins Gericht geht

Warum Clint Eastwood mit Gangsta-Rap hart ins Gericht geht

- Mia Lada-Klein
Lesezeit: 3 min
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Als Gangsta-Rap in den 1990er Jahren zum Massenphänomen wurde, fand Clint Eastwood (96) dafür deutliche Worte – und nannte dabei ausdrücklich einen Namen: Ice-T (68). In einem Interview mit Psychology Today machte der Schauspieler und Regisseur keinen Hehl daraus, dass er dem Subgenre nichts abgewinnen kann. "Ach so, dieser Ice-T? Ich sehe darin keinerlei Wert. Das Einzige, was diese Musik bewirkt, ist, dass sie die schlechtesten Seiten der Menschen anspricht", erklärte er dem Magazin. Ein Dorn im Auge waren ihm dabei vor allem jene Texte, die aus seiner Sicht Gewalt verherrlichen. Auch die feindselige Haltung gegenüber der Polizei, die in vielen Songs mitschwingt, stieß bei ihm auf Ablehnung. Für den Filmemacher, der 1930 geboren wurde und inzwischen 96 Jahre alt ist, war die Sache damals klar – ein Standpunkt, der angesichts seiner eigenen Filmografie durchaus für Diskussionsstoff sorgte.

Genau darauf zielte auch der Interviewer ab: Er konfrontierte Clint mit der Gewalt in dessen eigener Filmreihe "Dirty Harry" und fragte, ob diese legitimer sei als jene im Gangsta-Rap. Die Antwort des Oscarpreisträgers fiel knapp aus: "Ja." Seine Begründung lieferte er direkt nach: "Strafverfolgungsbehörden als den Bösewicht der Gesellschaft darzustellen, fällt mir schwer zu akzeptieren. Natürlich gibt es überall Missstände. Aber zu behaupten, sie seien die Ursache sämtlicher Probleme der Gesellschaft, geht mir zu weit." Als der Journalist einwandte, dass Künstler wie Ice-T mit seiner Band Body Count oder N.W.A. ihre Texte als Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt verstehen, ruderte der Regisseur ein Stück zurück. "Ich glaube, ich verstehe, worauf Sie hinauswollen. Jeder entwickelt seine eigene Haltung zur Polizei aufgrund seiner persönlichen Erfahrungen", räumte er ein. Und weiter: "Bevor ich bekannt wurde, hatte ich selbst einige unschöne Begegnungen mit der Polizei. […] Vielleicht passiert das im Ghetto häufiger? Davon bin ich überzeugt."

Dass ausgerechnet Clint sich zu Musik äußert, kommt nicht von ungefähr – er gilt seit Jahrzehnten als leidenschaftlicher Musikliebhaber. Sein Geschmack liegt allerdings woanders: Jazz, Swing, Country und die großen US-Crooner wie Frank Sinatra (†82) haben es ihm angetan. Diese Vorliebe schlug sich immer wieder in seiner Arbeit nieder. 1982 verkörperte er in "Honkytonk Man" einen Countrysänger, 1988 setzte er dem Saxofonisten Charlie Parker mit "Bird" ein filmisches Denkmal und 2014 brachte er das Broadway-Musical "Jersey Boys" ins Kino. Auch als Musiker war er aktiv: Nach seinem Durchbruch mit der Westernserie "Tausend Meilen Staub" erschien 1963 das Album "Rawhide's Clint Eastwood Sings Cowboy Favorites". Später komponierte er unter anderem für "Mystic River" und "Million Dollar Baby" und gründete mit Malpaso Records ein eigenes Soundtracklabel.

Clint Eastwood beim Oscar Nominee Luncheon im Beverly Hilton, Februar 2015
Imago
Clint Eastwood beim Oscar Nominee Luncheon im Beverly Hilton, Februar 2015
Ice-T bei der Feier zum 25-jährigen Jubiläum von "Law & Order" in New York City, Januar 2026
Getty Images
Ice-T bei der Feier zum 25-jährigen Jubiläum von "Law & Order" in New York City, Januar 2026
Clint Eastwood im November 2019
Getty Images
Clint Eastwood im November 2019
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