Hamilton verlängert Karriere für Afrikas ersten Grand Prix
Der siebenmalige Weltmeister Lewis Hamilton (41) plant vorerst keinen Abschied von der Königsklasse. Stattdessen schiebt der Ferrari-Fahrer seinen ursprünglich angedachten Rücktritt auf, da er noch ein großes sportliches Ziel vor Augen hat. Beim Medientag zum USA-Grand-Prix äußerte sich Hamilton im Gespräch mit seinem Kollegen Kimi Antonelli zu seiner Zukunft und stellte klar, dass er sich vorstellen kann, noch bis zum Alter von 45 Jahren im Cockpit zu sitzen. "Ich bin jetzt gezwungen, viel länger zu bleiben, weil wir ein Rennen in Afrika haben und es mein Traum war, in Afrika fahren zu können", zitiert ihn der Daily Express. Antonelli forderte seinen deutlich erfahreneren Kollegen prompt zum Weitermachen auf: "Du musst kommen." Hamiltons Antwort ließ nicht lange auf sich warten: "Ja, ich muss weiterkämpfen und versuchen, fit zu bleiben. Wenn ich kann, wenn ich im nächsten Jahr weiterhin gute Ergebnisse erzielen kann, machen wir weiter."
Auslöser für Hamiltons Umdenken sind die konkreten Afrika-Pläne der Formel 1: Die Rennserie hat einen Zehnjahresvertrag mit Ruanda unterzeichnet, um dort voraussichtlich Anfang der 2030er-Jahre – das genaue Datum steht noch aus – an den Start zu gehen. Letztmals gastierte die Königsklasse im Jahr 1993 auf dem afrikanischen Kontinent, als in Kyalami bei Johannesburg gefahren wurde. Für den britischen Rekordweltmeister, der sich kürzlich einen Kindheitstraum erfüllte, wirft diese historische Rückkehr seine bisherige Zukunftsplanung komplett über den Haufen. Früher hatte er betont, sich nach seinem 40. Geburtstag nicht mehr als aktiven Formel-1-Fahrer zu sehen. Inzwischen ist er 41 und müsste seine ohnehin schon länger als erwartet andauernde Karriere noch einmal deutlich verlängern: Vor dem Start der Saison 2030 wäre er bereits 45 Jahre alt. Ob es tatsächlich so weit kommt, knüpft Hamilton nach eigener Aussage an zwei Bedingungen – seine Fitness und starke Resultate auf der Strecke.
Die Rückkehr nach Afrika ist für den Rekordweltmeister eine absolute Herzensangelegenheit. Nach eigenen Aussagen forcierte er das Thema in etlichen Meetings mit Formel-1-Boss Stefano Domenicali (61), den Serien-Verantwortlichen und sogar diversen afrikanischen Staatschefs – am finalen Ruanda-Abkommen war er formell jedoch nicht beteiligt. Für den Briten geht das Projekt weit über ein normales Sportevent hinaus: Er begreift den Grand Prix als globale Plattform, um die Menschen, die Kultur und die Vielfalt des afrikanischen Kontinents ins Rampenlicht zu rücken. Die Kritik an der Vergabe blendete der Brite dabei nicht aus. Amnesty International und die Demokratische Republik Kongo hatten die Entscheidung kritisiert. Der Kongo wirft Ruandas Präsident Paul Kagame die Unterstützung der Rebellengruppe M23 vor. Ein Rennen vor Ort dürfe nicht bedeuten, die dortigen Probleme zu vernachlässigen, betonte Hamilton. Er hoffe, dass sich mehr Menschen informieren und dadurch Gespräche über die Lage angestoßen werden.




























