Beim Fußball sind die Spieler stets hoch konzentriert, um Erfolge zu erzielen. Besonders der Torwart muss seine komplette Aufmerksamkeit auf das Spiel fokussieren, ein Patzer und das Spiel kann sich entscheiden. Unvorstellbar, dass sich jemand mit einer Krankheit, die Muskelzuckungen und Emotionsstörungen in unvorhersehbaren Momenten hervorruft, bis zum Nationaltorwart hocharbeiten kann. Doch genau das hat Tim Howard (35) gemeistert.

Denn der Keeper der USA leidet am Tourette-Syndrom. Besonderes Merkmal dieser Erkrankung ist das nervöse Zucken, welches von Medizinern als Tic bezeichnet wird. Dabei treten oft plötzlich aufkommende, unkontrollierte Bewegungen auf, die sich häufig in einer Serie wiederholen. Unter dieser Verhaltens- und Emotionsstörung leidet Tim bereits seit seiner Jugend, doch statt sich davon beirren zu lassen, nutzte der Sportler seine Schwäche schon früh und wandelte sie in eine Stärke um: "Ich habe mit 18 oder 19 Jahren verstanden, dass ich bestimmte Bewegungen schneller drauf habe als andere und dass diese Reflexe mit meiner Erkrankung zusammenhängen", erklärte Howards einmal im Interview mit dem Spiegel. Wenn er als Torwart im Spiel agieren muss, kann er seine Tics offenbar kontrollieren und er funktioniert: "Sobald es vor dem Tor ernst wird, habe ich keine Zuckungen, da gehorchen meine Muskeln."

Der Amerikaner hat sich selbst also beeindruckend fest im Griff. Vielleicht hilft ihm dabei auch die Unterstützung seines Umfeldes. In den USA geht man locker mit seiner Krankheit um. In Bezug auf den häufig bei Tourette-Syndrom-Erkrankten vorkommenden, unkontrollierten Gebrauch von Schimpfwörtern rufen die amerikanischen Fußballfans nicht selten ihren Gegnern die Parole zu: "Wir haben Tim Howard und er sagt: 'F*ck You!'" Na das ist doch mal eine kreative Alternative zu: "Ihr könnt nach Hause gehen!"

Tim HowardWENN
Tim Howard
Thomas MüllerATP/WENN.com
Thomas Müller
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