Schrecklicher kann ein Familienschicksal kaum sein. Nicht nur Sänger Roger Cicero (✝45) starb jetzt viel zu jung an einem Hirnschlag. Schon sein Vater, der berühmte Jazz-Pianist Eugen Cicero, wurde 1997 im Alter von 57 Jahren auf diese Weise aus dem Leben gerissen. Roger fand seinen toten Vater und erzählte zehn Jahre später von dem schrecklichen Ereignis.

Roger Cicero
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"Als es passierte, war ich bei ihm zu Hause. Ich habe ihn gefunden", offenbarte der Jazz-Musiker 2007 im Interview mit Bild am Sonntag, "ich habe als Erstes den Notarzt angerufen. Die Ärzte kamen relativ schnell, aber mir kamen es wie Stunden vor. Sie haben Wiederbelebungsversuche gemacht, doch es war zu spät." Zum Todeszeitpunkt hielt sich Roger bei seinem Vater in Zürich auf. Weil seine Eltern geschieden waren, war Roger alleine mit ihm und verbrachte die letzten Tage mit Eugen: "Wir haben die letzten vier Tage seines Lebens miteinander verbracht. Ich erinnere mich, dass wir am Abend vor seinem Tod noch 'Verstehen Sie Spaß?' geguckt haben, wo er aufgetreten war. Er hatte sich darüber noch köstlich amüsiert und mir stolz die Folge gezeigt."

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Roger brauchte lange, um den Verlust zu überwinden. Besonders bei seinen beruflichen Erfolgen vermisste er seinen Vater schmerzlich. Von seinem Musikerpapa hatte der 45-Jährige sein musikalisches Talent geerbt, dem er mit dem Abschiedssong "Ich hätt’ so gern noch Tschüss gesagt" ein Denkmal setzte. Jetzt kam heraus, dass er leider nicht nur die Musikleidenschaft, sondern auch das Schicksal Tod durch Hirnschlag mit seinem Vater teilte.

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