Es ist ein Streit, der Deutschland und die Türkei gleichermaßen seit Tagen beschäftigt: Recep Tayyip Erdogan gegen Jan Böhmermann (35). Letzterer hatte den türkischen Präsidenten während seiner Sendung "Neo Magazin Royale" mit einem Schmähgedicht derart beleidigt, dass dieser persönlich Strafanzeige gegen Böhmermann bei der Staatsanwaltschaft Mainz stellte. Ein Zwist, der große Welle schlug und sogar die Bundesregierung auf den Plan rief.

Angela Merkel bei einer Rede
SIPA / WENN
Angela Merkel bei einer Rede

Angela Merkel (61) verkündete am Freitagmittag in einer Pressekonferenz: "Gerichte sollen das letzte Wort haben." Somit stimmte die Bundesregierung einer Ermittlung gegen den Satiriker zu. Viele finden, dass Frau Merkel damit die richtige Entscheidung getroffen hat.

Jan Böhmermann bei "Neo Magazin Royal"
ZDF / Ben Knabe
Jan Böhmermann bei "Neo Magazin Royal"

Zwar machen viele in den sozialen Netzwerken ihrem Unmut Luft, doch in der Promiflash-Umfrage seid ihr überwiegend der Meinung, dass die Bundeskanzlerin den richtigen Weg gewählt hat. Über 25.000 Leser nahmen am Voting teil, von denen 10.331 (41 Prozent) der Meinung sind, dass die Kanzlerin falsch entschieden hat. Dem stehen sage und schreibe 14.890 Leser (59 Prozent) gegenüber, die das anders sehen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan
ZUMA Wire / Zuma Press / ActionPress
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan

Auch Merkels Bestrebungen, den Paragraph 103, der Beleidigung ausländischer Staatschefs verbietet und auf den Erdogans Anzeige sich zum Teil beruft, abschaffen beziehungsweise umwandeln zu wollen, kann den Missmut offenbar nicht mildern.