Verletzungen, Wasserverschmutzungen, Unruhen - in Rio geht es derzeit drunter und drüber. Die Olympischen Spiele 2016 scheinen einfach unter keinem guten Stern zu stehen. Nach mehreren Horror-Unfällen in den ersten Wettkampftagen traf es jetzt einen besonders schlimm: Kanu-Trainer Stefan Henze erlitt bei einem Autocrash ein Schädel-Hirn-Trauma, bangt in der Klinik um sein Leben. Doch genau die könnte ihm jetzt zum Verhängnis werden.

Marcus Becker und Stefan Henze bei den Slalom-Weltmeisterschaft im Kanu
Evaristo Sa / Getty Images
Marcus Becker und Stefan Henze bei den Slalom-Weltmeisterschaft im Kanu

Wie nämlich der Spiegel jetzt berichtet, wurde der Deutsche nach seinem Unfall im Stadtteil Barra da Tijuca in ein ungeeignetes Krankenhaus gebracht. Die neurologische Abteilung, auf die der Verletzte angewiesen war, wurde in der Referenzklinik für Olympia, die sich ganz in der Nähe des Unfallortes befindet, bereits vor Jahren geschlossen - wegen Sparmaßnahmen! Nachdem Henze mit dem Fahrzeug gegen eine Mauer geprallt war, brachte man ihn in die nahegelegene Lourenco-Jorge-Klinik, ohne die Schwere seiner Kopfverletzungen zu beachten. Die Folge: Der Sportler musste verlegt werden, in ein 20 Kilometer entferntes Krankenhaus mit nötiger Abteilung! Erst dort konnte er schließlich notoperiert werden.

Kanute Hannes Aigner bei Olympia in Rio
Getty Images/ Christian Petersen
Kanute Hannes Aigner bei Olympia in Rio

Auch für den Präsidenten der Ärztegewerkschaft von Rio de Janeiro ist dieser Vorfall mehr als unglücklich. Er hatte bereits vor den Wettkampftagen erklärt: "Es ist unverantwortlich, dass ausgerechnet dieses Krankenhaus nicht ausreichend für Unfallchirurgie ausgestattet ist, obwohl in der Nähe so viele schwere Autounfälle geschehen. Es hätte nicht als Referenzklinik für Olympia ausgewiesen werden dürfen." Henze kämpft noch immer um sein Leben!

Die Olympischen Ringe 2016
Cris Faga / ZUMA Press / Splash News
Die Olympischen Ringe 2016