Sein Tod rettet vier Menschen das Leben! Kanu-Trainer Stefan Henze starb am Montag an den Folgen eines Taxi-Unfalls, den er während der Olympischen Spiele in Rio erlitten hatte.

Stefan Henze beim Weltcup 2009
Birke Oud/ActionPress
Stefan Henze beim Weltcup 2009

"Herz, Leber und beide Nieren wurden erfolgreich transplantiert. Damit hat vier Menschenleben gerettet", bestätigte Roberto Napolis, die Sprecherin der Gesundheitsbehörde des Bundeslandes Rio de Janeiro gegenüber dem brasilianischen TV-Sender O Globo. Die Familie hatte die Organentnahme genehmigt. Auch sein Herz wurde transplantiert. Über den Erfolg dieser Operation konnten noch keine Angaben gemacht werden. "Die Familien des Deutschen hat eine Geste enormer Großzügigkeit gezeigt", bedankte sich Alexandre Siciliano, Chefchirurg des Institutio Nacional de Cardiologia (INC), bei Henzes Angehörigen.

Marcus Becker und Stefan Henze beim Weltcup-Finale der Kanuten 2009
Birke Oud/ActionPress
Marcus Becker und Stefan Henze beim Weltcup-Finale der Kanuten 2009

Der Schock nach dem tragischen Tod des Erfolgstrainers saß bei den Kanuten tief. Sebastian Brendel erklärte nach dem Gewinn seiner Gold-Medaille im Canadier-Einer: "Das geht an keinem spurlos vorbei. Vielleicht sind wir alle in bisschen für Stefan gefahren." Die Kanuten holten am Dienstag nicht nur Gold, sondern auch Silber im Kajak-Zweier durch Franziska Weber und Tina Dietze. Dennoch betonte DKV-Präsident Thomas Konietzko: "Es werden keine Freudenfeste. Die Trauer steckt bei jedem tief drinnen. Stefan hätte aber gewollt, dass wir uns auf den Sport konzentrieren." Auch Athleten aus anderen Sportarten dachten im Erfolg an den Verstorbenen. Reck-Olympiasieger Fabian Hambüchen (28) erklärte nach seiner Gold-Übung am Reck: „Wir dürfen die Tragik um Stefan Henze nicht vergessen. Das bringt uns zum Nachdenken.“

Fabian Hambüchen bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016
Getty Images/ Matthias Hangst
Fabian Hambüchen bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016