Die Olympischen Sommerspiele sind bisher von vielen Schrecknissen überschattet worden: Der deutsche Kanu-Trainer Stefan Henze (✝35) ist nach einem Autounfall am Rande des Turniers verstorben, ein französischer Stabhochspringer wurde ausgebuht, bis ihm die Tränen kamen, eine niederländische Radrennfahrerin hatte einen furchtbaren Unfall - die schlimmen Geschehnisse scheinen nicht enden zu wollen. Um es gar nicht erst zu einem Drama kommen zu lassen, hat ein deutscher Olympionike jetzt freiwillig das Turnier beendet - aus Angst um sein Augenlicht.

Levent Tuncat während eines Kampfes bei den European Games 2015 in Baku, Aserbaidschan
Tom Pennington/Getty Images for BEGOC
Levent Tuncat während eines Kampfes bei den European Games 2015 in Baku, Aserbaidschan

Levent Tuncat hat seit Jahren auf diesen einen Moment hin trainiert, Frau, Kinder und Job hinten angestellt: Um bei Olympia in Rio im Taekwondo anzutreten. Doch aus Angst um seine Gesundheit musste er diesen Traum nun begraben. Am Dienstagabend gab er bekannt, nicht an den Spielen teilzunehmen, obwohl er schon angereist war. "Ich musste gestern die wohl schwerste Entscheidung meines Lebens treffen: ich trete bei den Olympischen Spielen in Rio nicht an", schrieb der Kampfsportler auf seiner Facebook-Seite. Der Grund für seinen Entschluss klingt wirklich furchtbar: "Vor ungefähr drei Wochen habe ich mich beim Training schwer verletzt. Sowohl meine Augen-, als auch meine Nasenwand wurden dabei gebrochen und die Ärzte mussten in einer Notoperation um mein Augenlicht kämpfen."

Levent Tuncat, deutscher Taekwondo-Kämpfer
Action Press / Public Address
Levent Tuncat, deutscher Taekwondo-Kämpfer

Obwohl er nach Brasilien gereist war, um auf der Matte zu stehen und zu kämpfen, hatten die Mediziner im Olympischen Dorf keine guten Nachrichten für ihn: "Nachdem bereits die Ärzte in Deutschland dringend von einer Teilnahme abgeraten hatten, erklärten mir nun auch die Ärzte im Olympischen Dorf noch einmal, dass ich bei einem Kampf Gefahr laufe, mein Augenlicht für immer zu verlieren." Der leitende Verbandsarzt der Deutschen Taekwondo Union sagte dazu: "Levent erlitt am 20. Juli bei einem Trainingswettkampf einen Kick auf das rechte Auge. Hierbei kam es zu einem Bluterguss hinter dem Augapfel mit Druck auf das Auge und Einschränkungen der Sehfähigkeit. In einer Notoperation musste der Bluterguss entlastet werden." Auch wenn es für seine Gesundheit wohl das beste war, dürfte ihm diese Entschluss wirklich schwer gefallen sein. Er schreibt dazu: "Nicht nur mein Herz blutet nach dieser Entscheidung, ich habe im wahrsten Sinne des Wortes Blut geweint."

Levent Tuncat auf dem Weg ins Olympia-Trainingslager in Südkorea im März 2016
Facebook / Levent Tuncat
Levent Tuncat auf dem Weg ins Olympia-Trainingslager in Südkorea im März 2016

Für die meisten Sportler bedeuten die Olympischen Spiele große Entbehrungen. Erfahrt im folgenden Video mehr über Fabian Hambüchens (28) Sport-Diät-Plan.