Jetzt wurde ein unglaubliches Geheimnis über Karl Lagerfelds (✝85) Eltern gelüftet! Der Modezar, der vergangenen Februar überraschend verstorben war, plauderte zu Lebzeiten nie viel über sein Privatleben aus. Auch über die Kindheit des Designers sind nicht viele Infos bekannt. Lediglich, dass sein Vater, Otto Lagerfeld, der Gründer der Kondensmilchfirma Glücksklee gewesen war. Nun kam allerdings ans Licht: Die Eltern des Fashionmoguls waren Mitglieder der NSDAP!

Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung im Rahmen eines Vorabdrucks der Biografie über den Modeschöpfer, "Karl Lagerfeld. Ein Deutscher in Paris". Darin heißt es, dass sich Otto vor allem aus geschäftlichem Interesse der Partei angeschlossen habe – er hatte offenbar Sorge um sein Unternehmen "Glücksklee". Eine Entnazifizierungskommission stufte ihn später als "Mitläufer" ein, "ohne Bedenken". Otto Lagerfeld blieb so Geschäftsführer seines Unternehmens.

Seine Frau Elisabeth hingegen soll seit den 1930er-Jahren eine überzeugte Nationalsozialistin gewesen sein. Das belegt ein Schreiben, das im Nachlass von Karls Tante, Felicitas Ramstedt, gefunden wurde. Die Frage, warum sie in die Partei eintrat, beantwortete Elisabeth Lagerfeld so: "Weil ich es für Deutschland am Besten hielt, ja nicht nur für Deutschland sondern für ganz Europa" (Orthographie wie im Original) Sie hielt es "für absolut möglich, dass Hitler im Stande war die Zerrissenheit des deutschen Volkes zu steuern, es einer Idee unterzuordnen, allem Parteienhader ein Ende zu machen, Ordnung nach Innen und Außen zu schaffen. Gleichzeitig eine Gerechtigkeit auch vor Allem in sozialer Beziehung bringen zu können. Ein gesundes Deutschland war nötig, Europa vor dem Bolschewismus zu bewahren". Sie hatte geglaubt, die NSDAP sei in der Lage, "weltanschaulich und politisch idealen Zuständen den Weg zu bereiten". Aktiv beteiligt habe sie sich in der Partei nicht.

Offenbar hatte sie Adolf Hitler aber falsch eingeschätzt, wie sie in ihrem Erklärungsschreiben später zum Ausdruck brachte: "Man konnte nicht ahnen, dass Hitler, als die Macht sein war, es nicht verstand, mit dieser Macht umzugehen." Man habe aber irgendwann nicht mehr den Mut aufbringen können, aus der Partei auszutreten. "Ich werde niemals sagen, ich gehörte nicht zur Partei, nein", schrieb sie. "Im guten Glauben habe ich gehandelt. Qual genug so enttäuscht worden zu sein." Ob der gebürtige Hamburger von den politischen Ansichten seiner Mutter wusste, ist unklar.

Aus einem "Fragebogen des Staatskommissars für die Entnazifizierung und Kategorisierung der Hansestadt Hamburg" ging zwar am 23. März 1950 hervor, dass seine Mutter "weder Mitglied der NSDAP noch einer ihrer Gliederungen" gewesen sei. Vieles spricht aber dafür, dass es sich dabei um eine falsche Einschätzung wegen einer Falschaussage handelt, die sie getätigt hatte, um eine "politische Unabhängigkeitsbescheinigung" zu erhalten, um in die Vereinigten Staaten zu reisen. Sie galt dank des Fragebogens nämlich als "politisch unbelastet".

Eines steht für den Autor der Biografie, Alfons Kaiser, fest: Wäre die Vergangenheit seiner Eltern früher bekannt geworden, wäre Karls Karriere womöglich ganz anders verlaufen. "Vielleicht hätte ihn Chanel dann gar nicht genommen, denn als Deutscher hatte er es in Paris in den Anfangsjahren ohnehin nicht leicht", verrät der Schriftsteller.

Karl Lagerfeld auf der Fashion Week in Milan im März 2009
Getty Images
Karl Lagerfeld auf der Fashion Week in Milan im März 2009
Karl Lagerfeld bei einem Event in NYC im Oktober 2017
Getty Images
Karl Lagerfeld bei einem Event in NYC im Oktober 2017
Karl Lagerfeld im März 2005
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Karl Lagerfeld im März 2005
Modedesigner Karl Lagerfeld
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Modedesigner Karl Lagerfeld
Karl Lagerfeld im Grand Palais in Paris im November 2012
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Karl Lagerfeld im Grand Palais in Paris im November 2012
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