Millionenstreit: Bushido gewinnt Prozess gegen Abou-Chaker

Millionenstreit: Bushido gewinnt Prozess gegen Abou-Chaker

- Malin Friedrich
Lesezeit: 2 min

Spektakulärer Gerichts-Hammer in Berlin: Bushido (47) hat seinen jahrelangen Millionenstreit gegen Arafat Abou-Chaker gewonnen. Wie Bild berichtet, hat das Kammergericht Berlin am 20. Januar 2026 die Berufung von Arafat endgültig verworfen und ihn zur Rückzahlung verpflichtet. Insgesamt geht es um mehr als 1,7 Millionen Euro, die Bushido in den Jahren 2016 bis 2018 als Managerhonorare gezahlt hatte. Arafat muss nun nicht nur die Prozesskosten tragen, sondern auch die rund zwei Millionen Euro an den Familienvater zurückzahlen. Für die Deutschrap-Szene ist dieses Urteil ein echter Knall, denn der Machtkampf der beiden prägte über Jahre die Schlagzeilen.

Im Mittelpunkt des Zivilverfahrens stand die Frage, ob Arafat und Bushido ab 2004 wirklich als Geschäftspartner in einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts unterwegs waren oder ob es sich "nur" um ein Manager-Künstler-Verhältnis handelte. Arafat hatte vor Gericht argumentiert, sie hätten gemeinsam den deutschen Gangsterrap groß gemacht, er sei Bushidos "Rücken" gewesen und deshalb dauerhaft an allen Einnahmen zu beteiligen. Die Richter sahen das laut dem Newsportal jedoch völlig anders: Weder ein gemeinsamer Zweck noch ein gemeinsames Gesellschaftsvermögen oder eine echte Risikoteilung seien erkennbar gewesen. Besonders hart ging das Kammergericht mit einem Managementvertrag aus dem Jahr 2007 ins Gericht, der Arafat 30 Prozent von fast allen Einnahmen und weitreichende Entscheidungsbefugnisse sichern sollte. Die Richter stuften diese Vereinbarung als "sittenwidrige Knebelung" ein und erklärten sie ebenso für nichtig wie eine spätere Vereinbarung aus dem Jahr 2010, bei der Arafat laut Gericht eine Generalvollmacht "hinter dem Rücken" Bushidos missbraucht haben soll.

Für Bushido ist der Urteilsspruch auch das vorläufige Ende einer persönlichen Geschichte, die einst mit enger Freundschaft begann. Der Rapper und der Clan-Chef hatten sich über Jahre Seite an Seite in der Öffentlichkeit gezeigt, traten gemeinsam bei Events auf und galten in der Szene als unzertrennliches Duo. Lange schilderte Bushido in Interviews, wie sehr Arafat ihn im Alltag begleitete, Entscheidungen mitprägte und zum festen Teil seines Umfelds wurde. Später folgte jedoch die komplette Entfremdung, Bushidos Umzug mit seiner Familie ins Ausland und ein umfassender Bruch mit seinem alten Umfeld. Der nun entschiedene Millionenprozess ist damit nicht nur ein finanzielles Kapitel, sondern auch ein weiterer Einschnitt in einer Beziehung, die einst auf Loyalität und Nähe gebaut war und schließlich vor Gericht endete.

Bushido, Rapper
IMAGO / Future Image
Bushido, Rapper
Arafat Abou-Chaker im Landgericht Berlin
ActionPress
Arafat Abou-Chaker im Landgericht Berlin
Bushido, August 2020
IMAGO / Berlinfoto
Bushido, August 2020
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