Vom Risiko zur Bühne: Bushido erinnert sich an seine Anfänge
Wer heute Bushido (47) auf dem Jurystuhl bei DSDS sieht, kann sich kaum vorstellen, unter welchen Bedingungen seine musikalische Laufbahn einmal ihren Anfang nahm. Als Teenager in ärmlichen Verhältnissen fehlte es ihm schlicht an allem – angefangen beim nötigsten Equipment. "Weil ich als Teenager kein Geld hatte, hab' ich bei Joghurtbechern den Boden ausgeschnitten und habe mir einen Gameboy-Kopfhörer unten reingeklebt. Das war mein Mikrofon", erinnert er sich im Interview mit Bild. Die Kassetten, auf denen seine ersten Texte landeten, kopierte er selbst in einem Doppelkassettendeck zu Hause – auf anderthalbfacher Geschwindigkeit, um Zeit zu sparen. Vertrieb gab es keinen professionellen; er zog persönlich von Ort zu Ort und verkaufte seine Tapes von Hand. Diese Hartnäckigkeit zahlte sich aus: Ein Plattenvertrag folgte schließlich. Sein erstes Soloalbum "Vom Bordstein bis zur Skyline" erschien 2003 und markierte den Beginn einer bis heute andauernden Karriere.
Dass Bushido aus einer Zeit kommt, in der niemand für ihn den roten Teppich ausgerollt hat, merkt man ihm in seiner Rolle als Juror deutlich an. Die aktuelle Teilnehmergeneration begegnet ihm mit einer Selbstverständlichkeit, die ihm sauer aufstößt. "Ich hab so ein bisschen das Gefühl, dass die Leute alle so gemütlich sind. Nach dem Motto: Ich komme jetzt hierher zum Casting, dann lasst mich gefälligst auch weiterkommen. So funktioniert das aber nicht", sagt er zu BILD. Teil der Jury zu sein, sei für ihn eine Ehre. "In einer Zeit, in der sich alles schnell verändert, will ich helfen, echte Stimmen zu finden – Menschen mit Geschichten, mit Kämpfen, mit Herz", erklärte er bereits im Januar gegenüber Touch You. Doch bei Rap-Kandidaten kennt er keine Gnade: "Rap wird hier nicht gewinnen. Auf gar keinen Fall." Seine Begründung: Wer musikalisch erfolgreich werden wolle, müsse viele Genres beherrschen. Überraschend verriet er jedoch auch: "Ich steh' voll auf 80er-Jahre-Musik."
Seinen eigenen Kindern, die er mit zum Interviewtermin genommen hat, rät er von einer Teilnahme an einer Castingshow ab. "Nein. Keine Chance", stellt er in der BILD klar und verweist darauf, wie außergewöhnlich sein eigener Karriereweg war. Er habe mit Musik so viel Geld verdient, dass sich dieser Erfolg kaum wiederholen lasse, höchstens bei "einem von einer Million", wie er meint. Während die Kandidaten also von einer großen Karriere träumen, zeigt Bushido, wie nah bei ihm harte Urteile, Rückblicke auf schwierige Zeiten und zärtliche Momente mit seinen Kindern beieinanderliegen.











