Palastregeln: Darum wehrte sich Prinz Harry nie gegen Presse
Prinz Harry (41) bricht sein Schweigen und spricht offen darüber, wie sehr ihn die strengen Regeln der britischen Krone in seinem Kampf gegen die Medien eingeschränkt haben sollen. Während seiner Aussage im Gerichtsprozess gegen den Verlag des britischen Mediums Daily Mail erklärte der Herzog von Sussex, er habe sich jahrelang nicht über Berichte beschwert, "wegen der Institution, in der ich war." Sein Verhältnis zur Presse sei zwar schon immer "angespannt" gewesen, zitiert The Standard den Royal, doch er habe sich stets an eine klare Vorgabe halten müssen. "Niemals beschweren, niemals erklären", lautete seiner Aussage nach die Devise im Königshaus.
An der Klage sind neben Harry auch Elton John (78), dessen Ehemann David Furnish (63), die Aktivistin Doreen Lawrence, der Politiker Simon Hughes sowie die Schauspielerinnen Sadie Frost (60) und Liz Hurley (60) beteiligt. Sie werfen dem Verlag vor, private Informationen für Artikel durch unrechtmäßige Methoden beschafft zu haben, etwa durch das Abhören von Telefonen oder das heimliche Ausspähen von Unterlagen. Associated Newspapers, also der Verlag der Daily Mail, weist alle Vorwürfe entschieden zurück und verteidigt sich vor Gericht gegen die Anschuldigungen. Harry erklärte aus dem Zeugenstand, sobald etwas Privates in der Presse lande, werde sein "Vertrauenskreis mit der Zeit immer kleiner". Es handle sich um Dinge, "über die ich nicht offen sprechen würde". Angesichts "tausender" Berichte über seine Person sei es für ihn "unmöglich" gewesen, zu jeder Geschichte Stellung zu beziehen: "Wenn du dich beschwerst, legen sie in meiner Erfahrung erst recht nach", soll er vor Gericht geschildert haben.
Die Auseinandersetzung vor Gericht ist für Harry auch ein weiterer Schritt, sich von alten Mustern zu lösen, die er mit seinem früheren Leben im Palast verbindet. Der Sohn von König Charles (77) spricht seit einigen Jahren offen darüber, wie sehr ihn der Umgang mancher Medien mit seiner Familie und besonders mit seiner Mutter Diana geprägt hat. In Interviews betonte er immer wieder, wie wichtig ihm heute Privatsphäre für sein eigenes Familienleben mit Meghan und den beiden Kindern ist. Seit ihrem Rückzug aus dem engeren Kreis der Royals leben die beiden überwiegend in den USA und zeigen sich nur ausgewählt in der Öffentlichkeit, etwa bei Wohltätigkeitsprojekten oder in TV-Formaten, in denen sie ihre Sicht der Dinge teilen.






