Audioverbot: Darum sagt Marius Borg Høiby vor Gericht aus

Audioverbot: Darum sagt Marius Borg Høiby vor Gericht aus

- Patricia Schlösser-Christ
Lesezeit: 2 min

Wenn am 3. Februar in Oslo der Prozess gegen Marius Borg Høiby (29) beginnt, wird der Gerichtssaal bis auf den letzten Platz gefüllt sein – allerdings nicht mit Zuschauern, sondern mit Pressevertretern. Mehr als 150 Journalistinnen und Journalisten aus dem In- und Ausland haben sich angekündigt, wenn der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) sich vor dem Bezirksgericht verantworten muss. Die Justiz reagiert auf den enormen Andrang mit strengen Auflagen: Fotos, Videoaufnahmen und selbst Tonmitschnitte sind während der Verhandlung tabu. Auch während der erwarteten Aussage von Marius am zweiten Prozesstag, dem 4. Februar, bleibt jedes Aufnahmegerät ausgeschaltet.

Mit dieser Entscheidung will das Gericht nach eigenen Angaben vor allem die Privatsphäre der mutmaßlich Geschädigten schützen. Einige Teile der Verhandlung werden sogar hinter verschlossenen Türen stattfinden, um zu verhindern, dass sensible Details nach außen dringen. Marius' Anwältin Ellen Holager Andenæs sagte laut der norwegischen Online-Zeitung Nettavisen, ihr Mandant habe sich "bereit erklärt, vor Gericht auszusagen, was er auch tun möchte, um den Fall bestmöglich aufzuklären". Gleichzeitig betonten Ellen und Mitverteidiger Petar Sekulic gegenüber dem Online-Portal, wie wichtig Marius der Schutz seiner eigenen Stimme ist: "Wenn das Gericht der Presse erlaubt, Tonaufnahmen zu machen, wird er keine Aussage machen." Nun hat das Gericht den Rahmen genau so gesetzt, wie es sich die Verteidigung gewünscht hatte – der Aussage des jungen Norwegers steht damit formal nichts mehr im Weg.

Marius sieht sich in diesem Prozess mit schwerwiegenden Vorwürfen konfrontiert. Seine Aussagen werden deshalb mit Spannung erwartet. Menschen, die Mette Marits Sohn kennen, beschreiben ihn als jemanden, der Privates gern privat hält und auf öffentliche Inszenierung verzichtet. Gerade deshalb ist seine Bereitschaft, im Gerichtssaal selbst das Wort zu ergreifen, ein auffälliger Schritt – einer, der ohne Mikrofone und Kameras stattfinden wird.

Marius Borg Høiby im Juni 2016
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Marius Borg Høiby im Juni 2016
Marius Borg Høiby, Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit
Instagram / marius_borg
Marius Borg Høiby, Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit
Prinzessin Mette-Marit und Marius Borg Høiby bei der Jubiläums-Garden-Party in Trondheim 2016
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Prinzessin Mette-Marit und Marius Borg Høiby bei der Jubiläums-Garden-Party in Trondheim 2016
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