Matt Damon übt scharfe Kritik an Netflix' Arbeitsweise

Matt Damon übt scharfe Kritik an Netflix' Arbeitsweise

- Sandrine Palme
Lesezeit: 2 min

Matt Damon (55) steht mit seinem Cop-Thriller "The Rip" zwar ganz oben in den Netflix-Charts, doch hinter den Kulissen platzt dem Hollywoodstar der Kragen. Im Podcast "Joe Rogan Experience" erzählte der Schauspieler, wann und wo ihn der Streaming-Riese ausbremsen will – nämlich direkt in den ersten Minuten seiner Filme. Gemeinsam mit seinem langjährigen Freund Ben Affleck (53), mit dem er in "The Rip" zwei Miami-Cops spielt, die 20 Millionen Dollar in einem verlassenen Haus finden und sich anschließend gegeneinander wenden, sprach Matt überraschend offen über die Vorgaben, die Netflix aus seiner Sicht beim Erzählen von Geschichten macht.

Matt beschreibt, was er als Druck der Plattform empfindet: Es müsse "in den ersten fünf Minuten ein großer Knall" passieren, "weil die Leute an ihren Handys sind, während sie zuschauen", erklärte er im Podcast. Zudem werde verlangt, zentrale Plotpunkte "drei- bis viermal im Dialog zu wiederholen", damit abgelenkte Zuschauer trotzdem mitkommen. Das berühre das Erzählen selbst, so Matt, der den Saal im Kino mit einem "Kirchgang" vergleicht: Man erscheine gemeinsam, es warte nicht auf einen. Zuhause sei es anders: "Die Kinder rennen herum, die Hunde laufen herum." Ben brachte als Gegenentwurf die britische Miniserie "Adolescence" ins Gespräch: "Die Serie hat nichts von diesem Scheiß gemacht – und sie ist fantastisch", zitierte ihn die "Joe Rogan Experience". Und obwohl "The Rip" ein Streaming-Hit ist, setzten die beiden hinter den Kulissen ein Zeichen: Laut der "New York Times" handelten sie für ihre Crew Erfolgsboni aus – ein seltenes Modell bei Netflix, das sonst vorab bezahlt.

Abseits der Grundsatzdebatte über Aufmerksamkeitsspannen verbindet die beiden ein jahrzehntelanges Miteinander. Matt und Ben teilen nicht nur Drehbücher und Set-Erinnerungen, sondern auch Rituale, die abseits roter Teppiche stattfinden. Wer die Freunde beobachtet, sieht zwei Kollegen, die sich im Gespräch die Bälle zuspielen und einander Raum geben – der eine erzählt, der andere hält dagegen, und beide lachen über dieselben Momente. Im privaten Umfeld betonen sie immer wieder, wie wichtig ihnen Loyalität im Team ist. Dass sie nun bei "The Rip" die Crew mit ins Boot der Erfolgsbeteiligung holten, passt zu diesem Selbstverständnis: Zusammen arbeiten, zusammen feiern – und, wenn nötig, zusammen laut werden.

Matt Damon, Schauspieler
Getty Images
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Imago
Matt Damon, Schauspieler
Matt Damon und Ben Affleck bei der Premiere von "Live By Night" im Januar 2017
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Matt Damon und Ben Affleck bei der Premiere von "Live By Night" im Januar 2017
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