Marius Borgs royale Eltern bleiben dem Gerichtsprozess fern

Marius Borgs royale Eltern bleiben dem Gerichtsprozess fern

- Anja-Stine Andresen
Lesezeit: 3 min

Der brisante Gerichtsprozess gegen Marius Borg Høiby (29) wirft seinen Schatten voraus – und ausgerechnet seine berühmtesten Angehörigen bleiben dem Saal fern. Wenn in Oslo ab dem 3. Februar 2026 über die schweren Vorwürfe gegen den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) verhandelt wird, werden Kronprinz Haakon (52) und dessen Ehefrau nicht auf der Zuschauerbank sitzen. Das bestätigte Marius' Stiefvater jetzt mehreren norwegischen Medien wie dem Sender NRK. "Wir haben uns entschieden, im Gerichtssaal nicht anwesend zu sein und uns auch nicht über den Prozess zu äußern", erklärte der Thronfolger. Während sich Marius im Oslo Tingrett den Fragen der Richter und Anwälte stellen soll, hält sich das Kronprinzenpaar bewusst im Hintergrund – verfolgt das Verfahren aber nach eigenen Angaben dennoch sehr genau.

Damit schafft das Paar erstmals klare Verhältnisse in einer Affäre, die Norwegen seit Monaten beschäftigt und das Ansehen der Monarchie spürbar belastet hat. Gegen Marius, der aus einer früheren Beziehung von Mette-Marit stammt, liegen inzwischen 38 Anklagepunkte vor: von der Einfuhr von 3,5 Kilogramm Marihuana über Misshandlung in engen Beziehungen bis hin zu mehreren Vergewaltigungsvorwürfen. Einem seiner Verteidiger zufolge bestreitet er die Sexualdelikte entschieden, hat aber unter anderem eingeräumt, unter Alkohol- und Kokain-Einfluss seine damalige Freundin attackiert und Gegenstände in ihrer Wohnung zerstört zu haben. Für den Prozess sind zunächst 24 Verhandlungstage bis Mitte März angesetzt, Marius drohen bei einer Verurteilung in den schwersten Punkten bis zu zehn Jahre Gefängnis. "Ich habe Vertrauen, dass die Gerichtsverhandlung ordentlich und gerecht ablaufen wird", merkte Haakon an und betonte zugleich: "Natürlich denken wir viel an alle Betroffenen in dem Fall. Ich weiß, dass es viele gerade schwer haben."

Zwischen familiärer Nähe und institutioneller Distanz versucht die norwegische Kronprinzenfamilie nun einen schmalen Grat zu gehen. "Marius Borg Høiby ist kein Teil des Königshauses, aber er ist ein wichtiger Teil unserer Familie und ein Bürger Norwegens", stellte Haakon klar. Deshalb habe er "dieselbe Verantwortung wie alle anderen, aber auch dieselben Rechte". Marius wuchs zeitweise eng an der Seite von Haakon und Mette-Marit auf, trägt aber keinen Titel und nimmt keine offiziellen royalen Aufgaben wahr. Während der Kronprinz, König Harald V. (88) und Königin Sonja (88) ihr offizielles Programm in der Prozesszeit wie geplant durchziehen wollen, hat Mette-Marit eine private Reise angesetzt, deren genaue Dauer offen ist. Zu Hause warten zudem die gemeinsamen Kinder Prinzessin Ingrid Alexandra (22) und Prinz Sverre Magnus (20) – eine Familie, die in der Öffentlichkeit seit Jahren als besonders nahbar und modern wahrgenommen wird und diese Rolle indessen unter schwierigen Vorzeichen weiterführen muss.

Prinz Haakon, Marius Borg Høiby und Kronprinzessin Mette-Marit, Juni 2016
ActionPress / Robin Utrecht
Prinz Haakon, Marius Borg Høiby und Kronprinzessin Mette-Marit, Juni 2016
Marius Borg Høiby und Prinz Haakon in Oslo
Getty Images
Marius Borg Høiby und Prinz Haakon in Oslo
Die norwegische Königsfamilie während Prinzessin Ingrid Alexandras Konfirmation
LISE AASERUD/AFP/Getty Images
Die norwegische Königsfamilie während Prinzessin Ingrid Alexandras Konfirmation
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