

Gewusst? Das ist Hans Sigls "Der Bergdoktor"-Vorgänger
Bevor Hans Sigl (56) den TV-Arzt in den Alpen zum Kult machte, trug ein anderer den weißen Kittel: Gerhart Lippert (88). Der Schauspieler war in der originalen SAT.1-Serie Der Bergdoktor von 1992 bis 1997 zu sehen, bevor die Rolle ab 2007 in der ZDF-Neuauflage neu besetzt wurde. Als Dr. Thomas Burgner, ein Münchner Mediziner, der im fiktiven Tiroler Ort Sonnenstein eine Praxis eröffnete, wurde er schnell zum Fixpunkt der Dorfgemeinschaft. Nach fünf Jahren endete die Geschichte dramatisch: Der TV-Arzt kam bei einem Lawinenunglück ums Leben. Für das Publikum ein Tränenmoment, für Gerhart dagegen kein schmerzhafter Abschied. Er hatte die Rolle nicht länger als nötig spielen wollen und verabschiedete sich ohne Sentimentalität.
Trotz guter Quoten blickte Gerhart später kritisch auf den TV-Erfolg. 2009 sagte er im Interview mit "Hallo München": "Der Bergdoktor hat mir beruflich und familiär geschadet". Er fühlte sich auf ein Rollenbild festgelegt, anspruchsvollere Angebote blieben aus. "Anspruchsvolle Rollen habe ich seitdem leider nicht mehr bekommen", erklärte er dem Medium. Auch privat hinterließ die Popularität Spuren. Seine Töchter seien oft nur als "die Dirndln vom Bergdoktor" angesprochen worden, erzählte der Schauspieler. Dabei hatte er schon zuvor eine beachtliche Karriere aufgebaut – vom Theater über den "Komödienstadel" bis zu Serien wie "Alarm in den Bergen" und "Der Forellenhof". Nach dem Serienarzt folgten Auftritte in "Tierarzt Dr. Engel", "Der Wilde Kaiser", "Der Landarzt", "Die Schwarzwaldklinik – Die nächste Generation" sowie "Traumschiff", Rosamunde-Pilcher- und Inga-Lindström-Verfilmungen. 2011 stand er mit "Da Bauern Nero" zuletzt fürs Fernsehen vor der Kamera.
Seit einem schweren Sturz in seinem Haus in Tirol Anfang 2012 lebt Gerhart zurückgezogen. Über seinen Gesundheitszustand wurde nichts öffentlich, der einstige Publikumsliebling meidet seither die Bühne. Ein seltenes Lebenszeichen kam 2018 von seiner Frau Maria Neuhaus, die dem Magazin Das neue Blatt sagte: "Wir haben wunderbare Jahre zusammen erlebt. Da hält eine gute, starke Beziehung es auch aus, wenn es mal schwierig wird. Ich bin immer für ihn da. Immer. Wir genießen die kleinen Momente des Glücks". Abseits der Scheinwerfer galt Gerhart als bodenständig und heimatverbunden. Der frühere "Komödienstadel"-Liebling mochte das Publikum, das ihn dafür liebte, wie er gegenüber "Hallo München" erklärte: Gute Volksschauspieler seien Menschen, mit denen sich die Zuschauer identifizieren. Genau dieses Gefühl trug ihn – lange bevor Hans Sigl den "Bergdoktor" zur modernen Kultfigur machte.







