Beichte: Olivia Colman beschreibt sich als "schwulen Mann"

Beichte: Olivia Colman beschreibt sich als "schwulen Mann"

- Janine Karrasch
Lesezeit: 3 min

Olivia Colman (52) spricht so offen wie nie über ihre Identität: In einem neuen Interview mit dem queeren Magazin Them erzählt die Schauspielerin, dass sie sich schon immer "irgendwie nonbinär" gefühlt habe. Die Oscar-Preisträgerin, die mit Rollen in The Crown, "The Favourite" und Heartstopper weltweit bekannt wurde, beschreibt sich zu Hause gegenüber ihrem Mann Ed Sinclair sogar als "schwuler Mann". Ed unterstützt seine Frau seit Jahrzehnten und hat absolutes Verständnis für ihr Empfinden. "Ich habe mich in meinem Frausein nie besonders weiblich gefühlt", sagt Olivia und erklärt, dieses Gefühl begleite sie seit ihrer Jugend. Während sie so offen über sich spricht, steht Olivia gerade mit ihrem neuen queeren Film "Jimpa" im Rampenlicht, in dem sie zusammen mit John Lithgow (80) vor der Kamera steht.

Olivia spielt die Rolle der Hannah, einer Mutter, die mit ihrem nonbinären Teenager Frances nach Amsterdam reist, um den Großvater Jim zu besuchen, verkörpert von John. Die Geschichte basiert auf den Erfahrungen der Regisseurin Sophie Hyde, deren eigenes trans nonbinäres Kind Aud Mason-Hyde im Film Frances spielt. Olivia erzählt in Them, sie habe noch nie so viel Zeit mit Menschen aus der queeren und besonders aus der trans Community verbracht wie bei diesem Dreh. Dabei habe sie "eine Menge gelernt" und sei sogar besser im Umgang mit Pronomen geworden. Gleichzeitig spürt sie, dass sie sich im queeren Umfeld erstaunlich zu Hause fühlt: Sie verbringe ohnehin kaum Zeit mit "sehr streng heterosexuellen" Menschen und liebe es, in diese Community aufgenommen zu werden. Auch in anderen Interviews, etwa mit Vanity Fair, schwärmt sie von der Wärme und Offenheit der queeren Menschen am Set.

Privat beschreibt Olivia sich selbst als jemand, der nie so recht in starre Rollenbilder gepasst hat – weder in der Gesellschaft noch in der eigenen Ehe. Sie erzählt, dass sie und Ed sich in ihrer Beziehung abwechseln: Mal sei der eine der 'Starke' und mal der andere. Für die Schauspielerin steckt in jedem Menschen alles: Stärke, Weichheit, Männliches und Weibliches. Ihr eigenes Gefühl, nicht klar in ein binäres System zu passen, habe sich durch "Jimpa" eher bestätigt als verändert. Olivia sagt, sie habe das Set mit dem beruhigenden Gedanken verlassen: "Ich wusste, dass ich nicht allein bin." Neben ihrer Arbeit gilt ihr Interesse seit Jahren queeren Geschichten vor und hinter der Kamera – sei es als Königin Anne in "The Favourite", als liebevolle Mutter eines bisexuellen Teenagers in "Heartstopper" oder als prominente Unterstützerin von LGBTQ+-Aufklärung an Schulen.

Olivia Colman bei der Premiere von "The Roses" im Odeon Luxe Leicester Square in London, August 2025
Getty Images
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Olivia Colman als Queen bei "The Crown"
Netflix
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Ed Sinclair und Olivia Colman, Ehepaar
Getty Images
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Wie steht ihr zu Olivias Selbstbeschreibung – sollte sie sich künftig auch öffentlich als nonbinär labeln?