Halle Berry: Ihr Oscar-Sieg förderte ihre Karriere kaum

Halle Berry: Ihr Oscar-Sieg förderte ihre Karriere kaum

- Nurin Khalil
Lesezeit: 2 min

Halle Berry (59) ist die erste und bislang einzige schwarze Frau, die einen Oscar als beste Hauptdarstellerin gewonnen hat. Für ihre Leistung in "Monster's Ball" erhielt sie die begehrte Trophäe und schrieb damit Geschichte. Doch wie die Schauspielerin jetzt gegenüber The Cut verriet, brachte ihr der historische Erfolg nicht den erhofften Karriereschub. "Dieser Oscar hat den Verlauf meiner Karriere nicht unbedingt verändert", erklärte sie. Nachdem sie gewonnen hatte, dachte sie, dass vor ihrer Haustür ein Lastwagen voller Drehbücher auftauchen würde. "Aber ich war am nächsten Morgen immer noch schwarz. Regisseure sagten immer noch: 'Wenn wir eine schwarze Frau in diese Rolle besetzen, was bedeutet das für die ganze Geschichte? Muss ich dann einen schwarzen Mann besetzen? Dann ist es ein schwarzer Film. Schwarze Filme verkaufen sich im Ausland nicht.'"

Die 58-Jährige gab im selben Interview außerdem zu, dass sie ihrer Kollegin Cynthia Erivo (39) geraten habe, einen möglichen Oscar-Gewinn nicht zu überbewerten. Die Schauspielerin war bereits zweimal für den begehrten Preis nominiert – für ihre Rollen in "Harriet" und Wicked. "Du verdienst es verdammt nochmal, aber ich weiß nicht, ob es dein Leben verändern wird", habe sie Cynthia gesagt. Der Oscar könne nicht die Bestätigung für das sein, was man tue. Bereits 2024 hatte Halle gegenüber Marie Claire ihre Enttäuschung darüber geäußert, dass ihr historischer Moment keine weiteren Türen für schwarze Schauspielerinnen geöffnet habe: "Ich bin ewig verärgert darüber, dass keine schwarze Frau nach mir diesen Oscar als beste Hauptdarstellerin gewonnen hat."

Halle ist nicht die einzige Schauspielerin, die offen über die negativen Folgen eines Oscar-Gewinns spricht. Melissa Leo (65), die 2011 als beste Nebendarstellerin für "The Fighter" ausgezeichnet wurde, teilte kürzlich in einem Interview mit The Guardian ihre ehrliche Meinung: "Einen Oscar zu gewinnen war nicht gut für mich oder meine Karriere. Ich habe nie davon geträumt, ich wollte ihn nie, und ich hatte vor meinem Gewinn eine viel bessere Karriere." Auch Marcia Gay Harden (66), die den Oscar als beste Nebendarstellerin für "Pollock" im Jahr 2000 erhielt, bezeichnete die Auszeichnung 2003 gegenüber der Los Angeles Times als "katastrophal auf professioneller Ebene". Sie erklärte damals: "Plötzlich werden die Rollen, die dir angeboten werden, und das Geld kleiner. Es gibt keine Logik dafür."

Halle Berry bei den Oscars, März 2002
Getty Images
Halle Berry bei den Oscars, März 2002
Halle Berry, Schauspielerin
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Halle Berry, Schauspielerin
Halle Berry im September 2023
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Halle Berry im September 2023
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