Wie Ex-Prinz Andrew aus der Thronfolge entfernt werden kann

Wie Ex-Prinz Andrew aus der Thronfolge entfernt werden kann

- Janine Karrasch
Lesezeit: 2 min

Andrew Mountbatten Windsor (66) ist tief gefallen. Nachdem er über Jahrzehnte ein angesehenes Leben als Herzog von York geführt hatte, kostete ihn seine enge Verbindung zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) nach und nach fast alles: seine Titel, seine Ehrenämter und schließlich auch sein Zuhause, die Royal Lodge. Doch trotz all dieser öffentlichen Demütigungen steht sein Name weiterhin auf Platz acht der britischen Thronfolgeliste. Dieser Umstand sorgt zunehmend für Empörung in der Bevölkerung – insbesondere seit seiner Verhaftung am 19. Februar 2026 wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch. Eine YouGov-Umfrage ergab kurz danach, dass satte 82 Prozent der befragten Britinnen und Briten seinen Ausschluss aus der Thronfolge befürworten. König Charles III. (77) selbst reagierte mit einem Statement aus dem Buckingham Palace und betonte unmissverständlich: "Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen."

Die britische Thronfolge ist durch parlamentarische Gesetze geregelt. Das bedeutet, dass Andrew nicht einfach per königlichem Erlass aus der Nachfolgeliste gestrichen werden kann. Vielmehr bedürfte es eines eigens verabschiedeten Parlamentsgesetzes, das sowohl vom Unterhaus als auch vom Oberhaus angenommen werden müsste, ehe Charles ihm die königliche Zustimmung erteilen kann. Doch damit nicht genug: Auch die 14 Commonwealth-Nationen – darunter Australien, Kanada, Neuseeland und Jamaika – müssten die identische Gesetzgebung in ihren eigenen Parlamenten durchbringen. Royalexperte Robert Jobson erklärte laut Hello! dazu: "Niemand ist jemals gewaltsam aus der britischen Thronfolge ausgeschlossen worden. Selbst der katholische König James II., der das Land verließ, wurde von einem Parlamentsbeschluss für abgedankt erklärt – obwohl er das selbst nie akzeptierte." Ein solcher Schritt wäre also politisch und rechtlich absolutes Neuland, weshalb die Regierung unter Premierminister Keir Starmer laut Medienberichten erst nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen über ein entsprechendes Gesetz nachdenken will.

Australiens Premierminister Anthony Albanese (62) wandte sich schriftlich an seinen britischen Kollegen Keir Starmer und signalisierte die volle Unterstützung seiner Regierung. "Ich denke, dass die Leute diesen Kerl nicht in der Thronfolge als unser Staatsoberhaupt haben wollen", ergänzte der Politiker in einem Radiointerview. Auch Neuseeland stellte sich hinter diesen Kurs: Premierminister Christopher Luxon brachte es auf den Punkt: "Niemand steht über dem Gesetz, und sollte die britische Regierung nach Abschluss der Ermittlungen seinen Ausschluss beschließen, werden wir das unterstützen." Die internationale Gemeinschaft sendet damit ein deutliches Signal – der politische Druck auf London wächst von Tag zu Tag.

Prinz Andrew beim traditionellen Gottesdienst an Ostern, April 2025
Getty Images
Prinz Andrew beim traditionellen Gottesdienst an Ostern, April 2025
Prinz Andrew und Jeffrey Epstein
Getty Images, Getty Images
Prinz Andrew und Jeffrey Epstein
Bei einem Adventsgottesdienst in der Westminster Abbey: König Charles III.
Imago
Bei einem Adventsgottesdienst in der Westminster Abbey: König Charles III.
Traut ihr Premier Keir Starmer zu, ein Ausschluss-Gesetz tatsächlich durchzubringen?