Marius Borg Høibys Prozess: 800 Seiten voller Liebe und Hass
Marius Borg Høiby (29) sitzt seit Wochen vor Gericht – und am 17. Verhandlungstag nimmt das Verfahren eine neue Wendung. Rund 800 Seiten an Nachrichten zwischen dem ältesten Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit (52) und seiner Ex-Freundin Nora Haukland wurden dem Gericht vorgelegt, wie nun Bild berichtet. Die Chatverläufe zeigen ein extremes Wechselspiel aus Liebesbekundungen und hasserfüllten Botschaften. "Ich liebe dich mehr als alles andere auf der Welt" und "Du bist die Schönste" stehen neben Beschimpfungen wie "Du Schl*mpe" und "Ich hasse dich jetzt". Die Nachrichten sollen ein Muster aus emotionaler Abhängigkeit und Kontrolle offenlegen, das im Zentrum des mutmaßlichen Missbrauchsfalls steht.
Eine enge Freundin von Nora sagte am Montag als Zeugin aus und berichtete von beängstigenden Szenen. Beim Palmesus-Festival soll der 29-Jährige sein Handy gegen ein Geländer geschleudert, Nora als "verdammte H*re" beschimpft und sie am Arm gepackt haben. "Wenn er schon in der Öffentlichkeit so mit ihr redet, wie muss es gewesen sein, wenn sie allein waren?", fragte die Zeugin im Gerichtssaal. Noch gravierender: Nach einem Trinkabend soll Nora ihrer Freundin erzählt haben, Marius habe sie gewürgt. Nachbarn gaben an, die 28-Jährige nach einer Nacht mit einem blauen Auge gesehen zu haben, das sie mit einer Sonnenbrille zu verbergen versuchte. Auch ein Foto zeigte Verletzungen an ihrer Lippe. Die Zeugin beschrieb Marius als kontrollierend, manipulativ und krankhaft eifersüchtig. Als Nora in einem Podcast über eine intime Beziehung mit ihrer Freundin Sophie Elise sprach, soll er ausgeflippt sein. Auch freizügige Bilder auf Social Media lösten Wutausbrüche aus – mit der Begründung, sie respektiere damit seine Familie nicht.
Vor zwei Tagen hatte das Verfahren eine neue Dynamik bekommen: Die Behörden gingen damals dem Verdacht nach, dass Zeugen beeinflusst worden seien. Auslöser war eine Vernehmung in Oslo, bei der die Anwältin der sogenannten Frogner-Frau den Verdacht äußerte, ein enger Freund von Marius habe vor einer wichtigen Befragung Kontakt zu ihrer Mandantin aufgenommen. Im Zeugenstand bestätigte der langjährige Freund, dass sie sich über Snapchat ausgetauscht hatten. Auf die Frage, ob er ihr Tipps gegeben habe, was sie der Polizei sagen solle, sagte er laut Dagbladet: "Ja, wir haben über den Fall gesprochen. Eigentlich über alle Fälle." Die Anwältin zeigte sich im Gespräch mit Journalisten enttäuscht über seine Angaben: "Ich finde, ich habe ziemlich ausweichende Antworten erhalten." Sie erinnerte daran, dass Zeugenbeeinflussung in Norwegen strafbar ist.










