Legendäres Beatles-Album bei "Bares für Rares" kaum was wert
Wolfhard Ristau aus Bohmte in Niedersachsen kam mit großen Hoffnungen zu Bares für Rares. Der glühende Beatles-Fan hatte sein ungespieltes "Weißes Album" der legendären Band im Gepäck und träumte von einem Erlös von 2.000 Euro. Moderator Horst Lichter (64) erkannte die berühmte Schallplatte sofort, und auch Experte Detlev Kümmel zeigte sich zunächst beeindruckt vom außergewöhnlich guten Zustand der LP, die Wolfhard niemals abgespielt hatte. Der Verkäufer war fest davon überzeugt, eine der ersten Pressungen des Albums zu besitzen – doch genau hier folgte die große Enttäuschung, die seine Preisvorstellung auf einen Schlag zunichtemachte.
Detlev erklärte dem enttäuschten Fan, dass bei seiner Ausgabe die entscheidende Seriennummer fehlt. Diese Nummer findet sich ausschließlich auf den ersten 1.000 gepressten Exemplaren des Albums, die bei Sammlern extrem begehrt sind. Ein solches Exemplar erzielte bei einer Auktion in den USA sogar stolze 20.000 Dollar, umgerechnet etwa 17.449 Euro. Ohne diese winzige, aber entscheidende Nummer handelt es sich bei Wolfhards Platte jedoch lediglich um eine von zwölf Millionen weiteren Pressungen. Maximal 100 Euro könne er dafür bekommen, so das ernüchternde Urteil des Experten. Für diesen Betrag wollte Wolfhard seine Schallplatte nicht hergeben. Er entschied sich, das Stück wieder mit nach Hause zu nehmen und es lieber zurück ins Regal zu stellen.
Dass bei "Bares für Rares" manchmal die Preisvorstellungen der Verkäufer und der Händler weit auseinandergehen, zeigte sich auch erst vor wenigen Tagen. Zwei Hebammen, Inka und Annette, reisten damals mit einem alten Hebammenkoffer der Firma Gottlob Kurz ins Walzwerk. Sie hatten auf 500 Euro gehofft. Doch als Detlev den mit historischen Instrumenten und Medikamenten gefüllten Koffer öffnete, wurde die Freude jäh gebremst: Ein starker Kellergeruch schlug ihm entgegen, weshalb er den Wert auf nur 200 bis 300 Euro taxierte. Im Händlerraum konnten sich die beiden schließlich nicht durchsetzen. Obwohl die Händler das Objekt als außergewöhnlich einstuften, wollte wegen des hartnäckigen Muffs niemand viel Geld riskieren. Das höchste Gebot lag bei nur 150 Euro. Inka und Annette entschieden sich, den Koffer wieder mitzunehmen. Auch sie gingen am Ende leer aus. So zeigte die Trödelshow einmal mehr, dass große Erwartungen und Realität bei "Bares für Rares" manchmal weit auseinanderliegen.






