Prinz ohne Titel: Damit ist Andrew aber nicht allein

Prinz ohne Titel: Damit ist Andrew aber nicht allein

- Yasmin Keller
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Andrew Mountbatten-Windsor (66) verliert im Zuge des Epstein-Skandals fast alles: Der frühere Prinz Andrew gab im Oktober 2025 öffentlich bekannt, seine royalen Bezeichnungen nicht mehr zu nutzen – kurz darauf entzog ihm König Charles III. (77) sämtliche Titel und ließ ihn aus der langjährigen Residenz Royal Lodge ausziehen. Damit ist er allerdings nicht allein: Es gibt zahlreiche weitere namhafte Royals, die ebenfalls ihre Titel abgaben oder sogar auf den Thron verzichten mussten.

Ebenfalls aus dem britischen Königshaus und maßgeblich für die heutige Linie der Thronfolge: Der Rücktritt von König Edward VIII. (†77). Er dankte am 10. Dezember 1936 ab, um die geschiedene Amerikanerin Wallis Simpson (†87) zu heiraten, und ebnete damit seinem jüngeren Bruder, dann König Georg VI., den Weg zum Königsthron. Ohne dieses Vorkommnis wäre Queen Elizabeth II. (†96) niemals auf den Thron gekommen – sie war eigentlich Teil der königlichen Nebenlinie. Kein Verzicht, aber Rückzug: Prinz Harry (41) und Herzogin Meghan (44) sind wohl das bekannteste Beispiel aus jüngerer Zeit: Am 8. Januar 2020 gaben sie bekannt, sich als hochrangige Mitglieder der britischen Königsfamilie zurückzuziehen. Seither leben sie im Ausland und kommen nur noch selten nach Großbritannien.

Sie galt als meistfotografierte Frau der Welt und Königin der Herzen: Prinzessin Diana (†36) aka Lady Di. Nach ihrer Scheidung von Charles im Jahr 1996 verlor sie ihren offiziellen Titel "Ihre Königliche Hoheit". Sie behielt jedoch laut People ihre Wohnung im Kensington Palace und die Möglichkeit, den St. James' Palace für gesellschaftliche Anlässe zu nutzen, sowie bestimmte königliche Privilegien – wie die Nutzung der Flugzeuge der königlichen Flotte. Weltweit bekannt ist ihr tragischer Tod nach einem Autounfall am 31. August 1997. Auch Prinz Philip (†99) steht auf der Liste der Royals mit Verlusten: Um überhaupt Ehemann von Elizabeth werden zu können, musste er auf seine dänischen und griechischen Adelstitel verzichten und sich einbürgern lassen, wobei er den Nachnamen seiner Großeltern mütterlicherseits, Battenberg – im Englischen dann Mountbatten, annahm. Außerdem musste er kurz vor der Hochzeit 1947 von der "Church of England" getauft werden und wurde an der Seite der Königin zum Prinz-Gemahl.

Weiter im britischen Königshaus: Peter Phillips (48) und Zara Tindall (44) – den Kindern von Prinzessin Anne (75), der einzigen Tochter von Elizabeth und Philip, war ein königlicher Titel nicht garantiert. Die angebotenen Ehrentitel lehnten sie ab, um ein möglichst normales Leben führen zu können. Laut The Times sagte Zara 2015, sie fühle sich "sehr glücklich", keinen Titel zu haben, da sie dadurch mehr Freiheit habe als ihre Cousins Prinz William (43) und Prinz Harry. Peter ist im Geschäftsleben tätig und Zara ist erfolgreiche Reiterin und gewann bei den Olympischen Spielen 2012 in London als Mitglied der britischen Vielseitigkeitsmannschaft eine Silbermedaille.

Rücktritte zugunsten der jüngeren Generation gab es in den Niederlanden und Dänemark: Heute als Prinzessin Beatrix (88) bekannt, trat sie 2013 als Königin der Niederlande zugunsten ihres Sohnes König Willem-Alexander (58) zurück. Damit lebt sie die Familientradition: Bereits ihre Mutter verzichtete zugunsten von Beatrix darauf, das Amt bis zum Sterbebett auszuführen. Königin Margrethe II. von Dänemark (85) trat ebenfalls für ihren Sohn zurück: König Frederik X. (57) konnte somit 2024 die Nachfolge antreten.

Prinz Andrew, Prinz Harry und Herzogin Meghan
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Prinz Andrew, Prinz Harry und Herzogin Meghan
Wallis Simpson und Edward VIII.
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Wallis Simpson und Edward VIII.
Prinzessin Diana im Jahr 1988
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Prinzessin Diana im Jahr 1988
Zara Tindall und Peter Phillips, Kinder von Prinzessin Anne
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Zara Tindall und Peter Phillips, Kinder von Prinzessin Anne
Prinzessin Beatrix im Oktober 2024
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Prinzessin Beatrix im Oktober 2024
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