Plädoyer von Marius Verteidigung mit Spannung erwartet
Der voraussichtlich letzte Verhandlungstag in Oslo steht an: Nachdem zuletzt die Staatsanwaltschaft ihr Plädoyer vor Gericht gehalten hatte, wird heute das Abschlussplädoyer der Verteidigung von Marius Borg Høiby (29) erwartet. In seiner letzten Aussage vor den Plädoyers gab der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) einen emotionalen Einblick in sein Privatleben. "Ich bin nicht mehr Marius, ich bin ein Monster", sagte er laut der Zeitung Verdens Gang weinend. Der Prozess habe ihn zu einem "Hassobjekt" des ganzen Landes gemacht.
Die Liste der Vorwürfe gegen Marius ist lang: vier Fälle von Vergewaltigung nach norwegischem Recht – in einem Fall mit Penetration mit dem Penis. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass die Frauen im Schlaf vergewaltigt wurden. Marius soll sie zudem ohne ihr Wissen gefilmt haben. Hinzu kommen Vorwürfe häuslicher Gewalt zweier Ex-Freundinnen sowie mehrere Drogen- und Verkehrsdelikte. 20 der 40 Anklagepunkte beziehen sich auf eine Frau, die norwegische Medien als "Frogner-Frau" bezeichnen. Für sie forderte die Anklage ein zweijähriges Kontaktverbot. Die Staatsanwaltschaft verlangte eine Verurteilung in 39 Punkten, lediglich bei einem mutmaßlichen Verstoß gegen ein Kontaktverbot soll Marius wegen eines versehentlichen Anrufs freikommen. Nun sind seine Verteidiger am Zug.
Alle mutmaßlichen Opfer sagten im Prozess gegen Marius aus. Ihre Anwälte verlangten Entschädigungen von insgesamt 172.000 Euro. Die Staatsanwaltschaft forderte außerdem eine Haftstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten für Marius. Die bislang 63 Tage Untersuchungshaft würden auf eine etwaige Strafe angerechnet. Marius sagte zuletzt vor Gericht: "Jeden Tag in der Zeitung zu sein, das ganze Jahr - das macht etwas mit einem Menschen. Man weiß nicht mehr, wer man ist."






