Ex-Tagesschau-Star Judith Rakers verteidigt "Homefarming"

Ex-Tagesschau-Star Judith Rakers verteidigt "Homefarming"

- Yasmin Keller
Lesezeit: 2 min

Judith Rakers (50) gerät mit einem einzigen Wort ins Kreuzfeuer: Die ehemalige Tagesschau-Moderatorin erzählt jetzt, dass ihr erstes Buch über ihr Landleben und ihren Selbstversorger-Alltag jede Menge wütende Post ausgelöst hat. In dem Podcast "Baborie & Rakers" plaudert Judith mit Kollegin Ariana Baborie darüber, wie Leser nach dem Erscheinen ihres "Homefarming"-Ratgebers 2021 regelrecht Sturm liefen – nur wegen des englischen Begriffs "Homefarming" im Titel. Die Moderatorin, die inzwischen nach Rügen gezogen ist und sich dort voll ihrem Hof mit Gemüsebeeten und Tieren widmet, erinnert sich an zahlreiche Zuschriften, in denen Fans sie aufforderten, ein "vernünftiges deutsches Wort" zu verwenden.

Im Gespräch schildert Judith, dass sie "viele Zuschriften bekommen von wütenden Menschen", die ihr klarmachten, dass ihnen der Anglizismus ein Dorn im Auge sei. Manche Leser fragten sie direkt, "ob man denn nicht ein deutsches Wort dafür finden kann". Als Alternative sei ihr zum Beispiel "Gemüseanbau" vorgeschlagen worden – doch das passte für die Autorin nicht, schließlich gehören zu ihrem Projekt nicht nur Beete, sondern auch Hühner und andere Tiere. Diese sind schließlich in dem Wort Gemüseanbau nicht inkludiert. Ein sperriger Titel, der alles exakt abdeckt, sei aus ihrer Sicht "ein ungeiler Titel für ein Buch", erzählt sie lachend im Podcast. Judith verrät außerdem eine Alltagsszene aus dem Supermarkt: An der Kasse hinter zwei jungen Frauen habe sie mitgezählt und geschätzt, dass "80 Prozent" der Unterhaltung aus englischen Wörtern bestanden.

Die Moderatorin, die Germanistik studiert hat, ordnet die Debatte um Anglizismen sachlich ein. In dem Podcast betont sie, dass Sprache sich ständig weiterentwickelt und schon immer im Wandel war. Sie erklärt, dass man sonst heute wohl noch Althochdeutsch sprechen würde – ein kleiner Seitenhieb auf ihre eigenen Studienerfahrungen, denn sie fügt scherzhaft hinzu, dass jeder, der sich damit herumschlagen musste, die Vorteile sprachlicher Veränderungen kenne. Privat hat Judith sich in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt von der Nachrichtenwelt auf das Landleben verlagert, züchtet ihr eigenes Gemüse und versorgt ihre Tiere. Über soziale Medien gibt sie ihren Followern regelmäßig Einblicke in ihren Alltag auf dem Hof und teilt dort nicht nur idyllische Bilder, sondern auch praktische Tipps, wie sich ein möglichst selbstbestimmtes, naturverbundenes Leben organisieren lässt.

Judith Rakers, ehemalige "Tagesschau"-Sprecherin
NDR
Judith Rakers, ehemalige "Tagesschau"-Sprecherin
Judith Rakers, TV-Bekanntheit
Instagram / judith_rakers
Judith Rakers, TV-Bekanntheit
Judith Rakers im Januar 2025
Instagram / judith_rakers
Judith Rakers im Januar 2025
In der Anglizismus-Debatte: Auf wessen Seite steht ihr?