Jeffrey Epstein wollte Andrew angeblich in Familie aufnehmen
Jeffrey Epstein (†66) soll gegenüber mehreren Frauen in seinem Umfeld gescherzt haben, dass er Andrew Mountbatten-Windsor (66) "in unsere Familie aufnehmen" wolle. Das behauptet nun ein Opfer des verstorbenen Sexualstraftäters. Das ehemalige russische Model Mia – ihr wahrer Name ist nicht bekannt – war mehr als fünf Jahre lang im Umfeld Epsteins und befand sich im Dezember 2010 in dessen New Yorker Villa, als Andrew dort eine Woche lang zu Besuch war. Sie begleitete die beiden Männer sogar bei ihrem mittlerweile berühmten Spaziergang durch den Central Park, bei dem ein Fotograf die beiden ablichtete. Gegenüber der Mail on Sunday erzählte sie jetzt von ihren Beobachtungen aus dieser Zeit.
Die Atmosphäre bei Andrews Besuchen sei sehr locker und informell gewesen, berichtete Mia. "Mit Andrew war es sehr informell, wie Familie", erklärte sie dem Blatt. Jeffrey habe sogar gesagt: "Wir sollten Andrew in unsere Familie aufnehmen. Er war so nett, er passte so gut rein. Alles fühlte sich sehr familiär an." Die Frauen in Jeffreys Umfeld, von denen viele später als Opfer seiner Übergriffe bekannt wurden, durften bei Andrews Anwesenheit Sportkleidung tragen. Im Gegensatz dazu habe es bei Besuchen von Bill Gates (70), einem weiteren mächtigen Bekannten Jeffreys, strenge Kleidervorschriften gegeben – weiße Blusen und knielange Röcke oder Hosen seien dann Pflicht gewesen. Mia, die eine finanzielle Entschädigung als Epstein-Opfer erhielt, äußerte sich auch kritisch darüber, dass Andrew offenbar keine Fragen dazu gehabt habe, warum Jeffrey von so vielen jungen Frauen umgeben war.
Andrews Besuch bei Jeffrey im Dezember 2010 fand nur fünf Monate nach dessen Entlassung aus dem Hausarrest statt. Der Geschäftsmann war 2008 wegen Anwerbung einer Minderjährigen zur Prostitution verurteilt worden und verstarb 2019 in Untersuchungshaft. Die Verbindung des ehemaligen Prinzen zu Jeffrey Epstein hat der königlichen Familie erheblich geschadet. Wie Andrew Lownie, Autor des Buches "Entitled: The Rise and Fall of the House of York", vor wenigen Tagen beim Oxford Literary Festival erklärte, soll die Epstein-Affäre der Monarchie eine größere Imagekrise beschert haben als die Abdankung von König Edward VIII. (†77) im Jahr 1936. Andrew wurde im Februar dieses Jahres unter Verdacht des Amtsmissbrauchs sogar kurzzeitig verhaftet.










