Im Wireless-Skandal: Kanye West bricht nun sein Schweigen

Im Wireless-Skandal: Kanye West bricht nun sein Schweigen

- Mary-Lou Künzel
Lesezeit: 2 min

Kanye West (48) hat sich erstmals zu den anhaltenden Kontroversen rund um seinen geplanten Auftritt beim Wireless Festival geäußert. Der Rapper, der sich mittlerweile Ye nennt, wurde als Headliner für alle drei Festivaltage im Juli im Londoner Finsbury Park angekündigt – doch seitdem wachsen die Proteste gegen seine Teilnahme. In einem Statement richtete sich der 48-Jährige an "diejenigen, die ich verletzt habe" und erklärte: "Ich habe die Gespräche um Wireless verfolgt und möchte mich direkt dazu äußern. Mein Ziel ist es, nach London zu kommen und eine Show der Veränderung zu präsentieren, die durch meine Musik Einheit, Frieden und Liebe bringt." Der Musiker bat außerdem darum, Mitglieder der jüdischen Gemeinde in London persönlich treffen zu dürfen, um zuzuhören. "Ich weiß, Worte sind nicht genug. Ich muss die Veränderung durch meine Taten zeigen", schrieb Ye weiter.

Die Ankündigung hatte zuvor für massive Reaktionen gesorgt. Hauptsponsor Pepsi, der seit 2015 Partner des Hip-Hop-Events war, zog sich zurück – ebenso wie die Spirituosenmarke Diageo und PayPal. Premierminister Keir Starmer bezeichnete Kanyes Auftritt laut Mirror als "zutiefst besorgniserregend" und betonte, dass Antisemitismus in jeder Form abscheulich sei. Innenministerin Shabana Mahmood sieht sich mit Forderungen konfrontiert, dem Rapper die Einreise nach Großbritannien komplett zu verbieten. Die Campaign Against Antisemitism argumentiert, seine Anwesenheit sei "nicht förderlich für das öffentliche Wohl". Kanye hatte in den vergangenen Jahren wiederholt antisemitische Äußerungen getätigt, einen Song namens "Heil Hitler" veröffentlicht und T-Shirts mit Hakenkreuz-Symbol zum Verkauf angeboten.

Auch prominente Stimmen meldeten sich zu Wort: David Schwimmer (59) nannte Kanye einen "der bekanntesten hassverbreitenden Hetzer der Welt" und kritisierte, dass eine Entschuldigung auf Papier nicht ausreiche. Der Schauspieler warf dem Rapper vor, sich bereits früher entschuldigt, die Entschuldigung aber zurückgezogen zu haben. Für Kanye läuft es derzeit ohnehin holprig: Sein neues Album "Bully" wurde kürzlich vorab geleakt und stieß bei Fans auf massive Kritik. Viele warfen dem Musiker vor, in großem Umfang KI-generierte Vocals eingesetzt zu haben. Der Managing Director des Festival Republic, Melvin Benn, verteidigte unterdessen die Buchung, wie Mirror berichtet, und bezeichnete sich selbst als "zutiefst engagierten Antifaschisten" und "Mensch der Vergebung".

Kanye West und Bianca Censori bei den Grammys in Los Angeles
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Kanye West und Bianca Censori bei den Grammys in Los Angeles
Kanye West, Rapper
Getty Images
Kanye West, Rapper
David Schwimmer bei der Premiere von "Jeff Ross: Take A Banana For The Ride"
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David Schwimmer bei der Premiere von "Jeff Ross: Take A Banana For The Ride"
Sollte Wireless an Kanye als Headliner festhalten?